Tag Archiv für Väter

Neue Kurse für Väter im Familienzentrum Darmstadt

Du suchst Kurse für Väter und Männer, die es werden wollen. Hier findest du sie.

Du suchst Kurse für Väter und Männer, die es werden wollen.
Hier findest du sie.

Das Jahr ist noch ganz frisch – aber es lohnt sich ein Blick in die Veranstaltungsübersicht des Familienzentrums Darmstadt.

Erneut bin ich an einigen Kursen beteiligt – vor allem rund um die Geburt. Darüberhinaus bietet das Familienzentrum Darmstadt aber auch zahlreiche Kurse für Väter mit ihren Kindern unterschiedlichen Alters an. Das Kursprogramm ist an vielen Stellen in Darmstadt in gedruckter Form erhältlich. Aber selbstverständlich könnt ihr es auch als PDF herunterladen.

Neben meiner Beteiligung an den Geburtsvorbereitungkursen, den Abenden für werdende Papas und den Themenabenden für junge Väter beteilge ich mich dieses Mal auch an einem neuen, sehr interessanten Kurs mit dem Titel „Unser Baby verstehen – Ein Kurs für junge Eltern mit ihrem Baby“. Darin geht es darum, das Baby besser zu verstehen, die Bindung zum Baby zu stärken und Vetrauen in die eigenen Kompetenzen als Eltern aufzubauen.

Die Kurse und Termine, an denen ich beteilgt bin, findet ihr in der Terminübersicht. Anmeldungen zu den Veranstaltungen im Familienzentrum Darmstadt sind nur über das Familienzentrum möglich.

Terminupdate: Neue Kurse

Ich habe den Terminbereich aktualisiert. Es sind einige Kurse hinzugekommen – für Väter und Eltern.

Terminupdate

Es gibt neue Veranstaltungen von und mit mir, bitte weitersagen.

Im Familienzentrum Darmstadt bin ich selbstverständlich weiter mit den Geburtsvorbereitungskursen für Paare mit Monika Kanzler-Sackreuther unterwegs. Aber es gibt auch einen Kurs für werdende Väter und einen Fotografie-Erlebniskurs für Väter mit ihren Kindern im ersten Halbjahr.

Dann werde ich im Juni wieder mit Philipp Michele ein Vater-Kind-Wochenende in der urigen Steinesmühle in Laubach-Münster anbieten. Konkrete Infos dazu folgen noch.

Neu im Angebot ist ein Familienwochenende, in dem es um Träume gehen soll. Auch hier wird es noch weiter Infos geben. Auf jeden Fall wird es im Juli in Hübingen im Westerwald stattfinden.

Väter und Mütter sind auch mit den Kess erziehen-Kursen angesprochen, die ich im April/Mai und November/Dezember in Wiesbaden leiten werde.

Vielleicht ist ja ein Kurs für euch dabei. Hinweise zu Anmeldemöglichkeiten findet ihr auf der Terminseite.

Das Väter-Magazin (8)

Nach einer längeren Pause gibt es wieder ein neues, von mir kuratiertes Väter-Magazin. Natürlich geht es darin um die „große Politik“ mit Manuela Schwesig und Sigmar Gabriel. Aber es sind vor allem die vielen kleinen Aktionen vor Ort, die die Themen Väterlichkeit und Vatersein in den Fokus der Menschen rücken und dort auch halten. Viel Spaß bei der Lektüre.

Unerwartete Begegnung im Buchladen

Neulich bin ich mit meiner Familie in den Darmstädter Stadteil Eberstatdt gefahren. Mein Ziel: Ich wollte jedem ein Buch ausgeben – quasi freie Auswahl. Beim Verlassen des Buchladens staunte ich nicht schlecht, als ich folgenden Band im Schaufenster sah:

Yves Steininger: Der Vater-Vorteil

Yves Steininger: Der Vater-Vorteil

Sehr überraschend. Eine Bachelorarbeit zu diesem Thema. Kurz recherchiert: Yves Steininger hat mit dieser Arbeit seinen Bachelor in Psychologie gemacht. Er ist seit Anfang 2012 als selbstständiger Kinder- und Jugendlichencoach in Darmstadt-Eberstadt tätig. Interessant, dass sich doch noch einige andere Leute in dierekter Nachbarschaft mit Väter-Themen auseinandersetzen. Ein gutes Zeichen ist es allemal.

Einige Infos zum Buch finden sich in der entsprechenden Pressemitteilung.

Das Väter-Magazin (4)

In der aktuellen Folge meines Väter-Magazins mit zahlreichen Fundstücken aus dem Netz geht es um Vaterschaftsurlaub und auch die immer wiederkehrende Frage, wie sich Familie und Beruf optimal unter einen Hut bekommen lassen. Es geht auch um Väter als Vorlesemuffel (das darf nicht so bleiben). Auffällig ist, dass Vater-Kind-Aktionen in diesen Herbstwochen offensichtlich hoch im Kurs stehen. Viel Spaß beim Lesen. Ich freue mich auf Diskussionen und Feedback.

Buchvorstellung: Mein Vater und ich – Prominente erzählen

Das Magazin Focus hat dem Thema „Väter“ eine eigene wöchentliche Kolumne spendiert. Das ist sehr löblich. In diesem Format unter der Überschrift „Mein Vater“ erzählen Prominente bzw. Kinder von prominenten Vätern über ihre Beziehung zu ihrem Vater.

Mein Vater und ich - Buchtitel

„Mein Vater und ich – Prominente erzählen“, Kösel Verlag

Selbstverständlich bietet es sich an, bei Gelegenheit einen Sammelband aus einer solchen Serie zu machen und die gesammelten Werke als Buch zu verkaufen. Das Werk „Mein Vater und ich – Prominente erzählen“, herausgegeben von Focus-Redakteur Josef Seitz, ist nun schon seit einiger Zeit auf dem Markt, ziemlich genau seit einem Jahr, ist aber in jedem Fall auch heute noch eine Erwähnung wert.

46 Statements über Väter finden sich in dem ansprechend aufgemachten Band (sehr viele Fotos von prominenten Väter und prominenten Kindern) aus dem Kösel Verlag. Das Spektrum reicht in verschiedener Hinsicht recht weit. Einige Aussagen lassen sehr tief in die Beziehung von Vater und Kind blicken, andere bleiben eher an der Oberfläche. Das lässt Raum für Spekulationen. Diese Oberflächlichkeit hat aber auch in dem einen oder anderen Fall sicher seine Bedeutung – vor allem in Bezug auf die Bindung zwischen Vater und Kind. Die Qualität der Bindung hält ein Leben lang – das machen die Aussagen der Kinder sehr deutlich.

Häufig geht es dann auch wieder um den abwesenden Vater, vor allem wenn über prominente Väter – Politiker, Schauspieler, Entertainer – gesprochen wird. In der Regel wird dann betont, dass der Vater, wenn er denn einmal zu Hause bei seiner Familie war, sich sehr um diese gekümmert habe. Hier unterstelle ich in einigen Fällen eine Verklärung der Situation, die der weit zurück liegenden Ereignisse oder der konkreten, gegenwärtigen Interview-Situation geschuldet sein dürfte.

Es gibt aber auch Fälle, in denen sehr offen die mangelnde Bindung der Väter zu ihren Familien und vor allem Kindern beklagt wird. Hier zeigen sich teilweise auch echte Verletzungen, die sich über Jahrzehnte gehalten haben. Berührend sind die Schilderungen der Kinder, die über eine Versöhung in vorgeschrittenem Alter des Vaters berichten, während es in der Zwischenzeit eine eher eisige oder gar keine Beziehung zum Vater gab.

Die Beziehung zum Vater ist etwas ganz Besonderes. Das wissen wir. Ein Buch, das uns diese Tatsache deutlich vor Augen hält, ist in jedem Fall wertvoll. Viele der ausgewählten Aussagen regen zum Nachdenken über die eigene Beziehung zum Vater oder vielleicht auch über sich selbst an. Klar, das Buch unterhält selbstverständlich auch – dazu trägt der mehr oder minder vorhandene Promifaktor bei. Aber es ist ja nicht das schlechteste, wenn Unterhaltung und Erntshaftigkeit bei einem solch wichtigen Thema Hand in Hand gehen.

Josef Seitz (Hrsg.), Mein Vater und ich – Prominente erzählen, 2012, Kösel Verlag, 224 Seiten mit zahlreichen Fotos, 19,90 Euro

 

Der Wert der Väter

Gestern Abend im Haus am Dom in Frankfurt. Eine interessant und kompetent besetzte Podiumsdiskussion. Im Fokus: Die Väter. Das Thema konkret: Der Wert der Väter. Drei Männer, zwei Frauen. Die Veranstaltung ist gut besucht. Nach den Eingangsstatements wird schnell deutlich: Der Titel lässt zu viel Raum für Interpretation.

Foto Der Wert der Väter

Podiumsdiskussion „Der Wert der Väter“ im Frankfurter Haus am Dom.

Wenn es um den Wert von Vätern geht, geht es mir in erster Linie um den Wert der Väter in der Beziehung zum Kind. Was macht Väterlichkeit aus? Wo in unserer Gesellschaft fehlt Väterlichkeit und – damit einhergehend – ihr Anteil an einer besseren Gesellschaft. Es geht mir in keiner Weise um Egalität der Geschlechter. Die oft gestellte Frage, welches Geschlecht die bessere Mutter ist, ist nicht zielführend.

Pointiert vertritt diese Ansicht Dr. Matthias Stiehler, der gerade das Buch Väterlos veröffentlicht hat. Zentral ist in seinem Buch die Definition des Begriffs Väterlichkeit. Stiehler war gestern Abend der einzige auf dem Podium, der die Mikroperspektive und den Einzelfall qua Profession auf dem Schirm hatte, als Theologe und Psychologe, der in der Beratung in Dresden beim Institut fü Männergesundheit tätig ist. Die übrigen Teilnehmer der Diskussion, Dr. Martin Bujard (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden), Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Universität Gießen, Haushalts- und Familienwissenschaft), Prof. Dr. Ludwig Salgo (Universität Frankfurt, Familienrechtler), haben ein Makroperspektive, ebenfalls qua Profession, in die Diskussion eingebracht.

Das hat einige der männlichen Besucher aus der Garde der entsorgten und entrechteten Väter aufgebracht, die mit ihrem persönlichen Fall zu dieser Veranstaltung gekommen sind. Sie haben ihren Unmut geäußert und natürlich vor allem in Uta Meier-Gräwe und in Ludwig Salgo ihre Feinde für den Abend gefunden und diese in nicht sehr wertschätzender Art angegangen. Obwohl diese Männer den Titel der Veranstaltung so gelesen haben, dass es hier um die Wertschätzung der Väter in unserer Gesellschaft gehen würde. Keine Frage, auch hier gibt es ein Defizit. Aus meiner Sicht haben Damm diese Fälle den Abend zu sehr geprägt. Viel lieber hätte ich noch ein paar mehr Ausführungen von Stiehler gehört. Er legt nämlich den Finger auf einige wunde Stellen. Für ihn sind die neuen Väter zu angepasst. Sie eifern den Müttern nach und interpretieren Väterlichkeit damit in eine Richtung, die er für falsch hält. Er fordert massiv ein Umlenken.

Sehr wichtig und richtig war der Hinweis des Juristen Ludwig Salgo, der eine intensive Eheschulen- und Familienbildungsarbeit für richtig hält, um beispielsweise die Zahl der Scheidungen zu reduzieren und es Kindern insgesamt zu ermöglichen, in einem kindgerechten Umfeld aufzuwachsen. Meier-Gräwe hat gefordert, dass sich Schulen, bereits ab der ersten Klasse, mit „Lebenskompetenzenwicklungs-Unterricht“ befassen. Das hielte sie im Zusammenhang mit der Etablierung der Ganztagsschule für eine sinnvolle Ergänzung des Curriculums.

Es gibt viele Baustellen und wir könne noch mehr aufmachen. Gut ist trotz allem, dass es solche Veranstaltungen gibt. Und doch liegt es an jedem selbst, für seine Ideale einzutreten und für eine bessere Welt zu kämpfen. Ich bin fest überzeugt, dass das Thema Väterlichkeit hier einen wichtigen Beitrag leisten kann. Wir müssen das Thema vorantreiben. Mitstreiter werden gesucht.

Das Plakat zur Diskussion.

Das Plakat zur Diskussion.

Info: Veranstalter dieser Podiumsdiskussion war der Frankfurter Domkreis Kirche und Wissenschaft in Kooperation mit den kath. Familienbildungsstätten Familienbildung Frankfurt/Nordweststadt, Zentrum Familie, Internationales Familienzentrum.

Aus der Veranstaltungbeschreibung: Sie riskieren Kinder und Jahre langer Bindung. Trotz Papa-Monaten sind sie immer noch hin und her gerissen zwischen Beruf, Karriere, Prekarität und Sorgearbeit. Über die Frage, wie die Werte und Erfordernisse im Beruf das Verhalten als Eltern prägen, welchem Druck Eltern heute ausgesetzt sind, und von welchen Vätern und Männern man eigentlich heute reden muss, diskutieren und streiten beim Aktuellen Forum Martin Bujard (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden), Uta Meier-Gräwe (Universität Gießen, Haushalts- und Familienwissenschaft), Ludwig Salgo (Universität Frankfurt, Familienrechtler und „Anwalt des Kindes“), Matthias Stiehler (Dresdner Institut für Männergesundheit, Autor der aktuellen Streitschrift „Väterlos“). Es moderiert Sylvia Kuck vom Hessischen Rundfunk.

Und hier noch einige Zitate von gestern Abend (Wortlaut bzw. inhaltsgetreue Nacherzählung):

Matthias Stiehler:

„Väter dürfen nicht zu Ersatzmüttern werden, leider ist das die Erwartung der Gesellschaft.“

„Keine Lust auf Kinder nicht nur eine Frage des Materiellen. Es ist eine Frage der Haltung. Was sind wir für eine Wohlstandsgesellschaft, wenn wir glauben, dass wir uns keine Kinder mehr leisten können und wollen?“

„Gleichmacherei auf allen Ebenen ist keine Vision.“

Uta Meier-Gräwe:

„Wenn Frauen in die Arbeitswelt integriert werden sollen, dann müssen wir uns fragen, wer die wichtige Beziehungsarbeit mit den Kindern übernimmt.“

„Wir brauchen mehr als einen Väterdiskurs.“

„Arbeitgeber sollten das gar nicht mehr kalkulieren können, dass Väter nur zwei Monate und Frauen weit länger ausfallen.“

„Wir können eine Diskussion um Werte nicht von der Realität entkoppeln.“

„Befristete Arbeitsverhältnisse sind das beste Verhütungsmittel.“

Martin Bujard:

„Elterngeld und „Partner“monate sind ein große Erfolg.“

„Die Kultur in den Betrieben können wir leider nicht per Gesetz regeln.“

„Man darf Werte und Rahmenbedingungen nicht gegeneinander ausspielen.“

„Männer wissen zu wenig über den Wert von Vaterschaft.“

Ludwig Salgo:

„Es gab in den vergangenen Jahren viel Väterforschung. Wir haben jetzt Befunde und ein Bild, aber es mangelt noch an Rezepten.“

Terminupdate November

Es wird Zeit, hier ein kleines Terminupdate für den November einzustellen.

Leider musste das Frauen- und Familienzentrum Bensheim den morgigen Väter-Kompaktkurs (Samstag, 17. November 2012, 10 bis 14 Uhr) ein weiteres Mal absagen. Damit ist das Angebot in dieser Form in Bensheim vorerst gestorben. Die Kommune ist mit ihrem Umland offensichtlich nicht groß genug, um ein solches Angebot ins Laufen zu bekommen. Ich werde im frühjahrsprogramm eine Aktivität für Väter mit Kindern anbieten. Das ist vielleicht der insgesamt bessere Weg.

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Dafür laufen die Väter-Aktivitäten in Bickenbach weiter. Am kommenden Dienstag, 20. November 2012, treffen sich erstmals Väter zu einem Väter-Stammtisch im Vereinsheim des Tennisclubs. Bickenbacher Väter sind herzlich zu diesem offenen Treff eingeladen.

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Am Samstag in einer Woche, 24. November, steigt eine Vater-Kind-Aktion in der Kita Sonnenland. Wir werden gemeinsam Vogelfutterhäuser bauen. Für diese Veranstaltung sind schon einige Anmeldungen eingetrudelt. Das wird sicher ein launiger Nachmittag (14 bis 17 Uhr).

Ich verweise an dieser Stelle auch gern auf die Terminseite auf vaterberater.de. Sie sollte eigentlich immer den aktuellen Stand meiner Aktivitäten beinhalten.

Väter-Kompaktkurs in Bensheim

Das Logo des Frauen- und Familienzentrums Bensheim.

Der Väterkurs im Frauen- und Familienzentrums Bensheim verträgt noch Teilnehmer.

Väterarbeit zu etablieren, ist keine Frage von Minuten, Stunden oder Tagen. Darüber bin ich mir bewusst. Das wissen auch meine tapferen Mitstreiter und Mitstreiterinnen.

Der Vorstand des Frauen- und Familienzentrums Bensheim (Bensheim liegt in Südhessen und hat rund 40.000 Einwohner) glaubt an Väterarbeit – und so haben wir zum zweiten Mal gemeinsam einen Kompaktkurs für Väter ins Angebot gehievt. Das Programm für den 17. November steht – und es sind noch Plätze frei (Kosten: Nicht-Mitglieder 19 Euro, Mitglieder 14,50 Euro).

Im vergangenen Jahr musste der Kurs abgesagt werden. Noch sind wir guter Dinge, dass wir in diesem Herbst den ersten Kurs für werdende Väter in Bensheim umsetzen können – und, dass sich dann herumspricht, wie wertvoll der Austausch und das Netzwerken für werdende und junge Väter ist.

Werdende Väter aus Bensheim und Umgebung: Nutzt die Chance. Wenn jemand von Euch werdende Väter aus Bensheim und Umgebung kennt: Gebt die Infos weiter und teilt diesen Beitrag in den sozialen Netzwerken. Danke!

Jean Le Camus: Väter

In loser Folge möchte ich an dieser Stelle auch in Zukunft wichtige Bücher rund um das Thema Vatersein und Familienleben vorstellen.

Jean Le Camus: Väter, Beltz, 2003

Jean Le Camus: Väter, Beltz, 2003

Heute ist ein zwar schon etwas in die Jahre gekommener moderner Klassiker an der Reihe. Allerdings ist das Werk „Väter“ von Jean Le Camus eine hervorragende Einführung in das Thema „Die Bedeutung des Vaters für die psychische Entwicklung des Kindes“, wie es auch im Untertitel heißt. Das Werk zeichnet aus, dass es als eines der ersten auch aus wissenschaftlicher Sicht mit dem Vorurteil aufräumt, dass der Vater in der frühen Entwicklung des Kindes keine wesentliche Rolle spielt.

Der französische Psychologe hat eine Reihe von Erkenntnissen und Zahlen vor allem aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zusammengetragen. Teilweise fließen auch eigene Forschungsergebnisse aus Feldstudien in die Darstellung mit ein. Insgesamt bekommt die psychoanalytische Betrachtungsweise für meinen Geschmack ein wenig zu viel Platz eingeräumt. Die Sprache ist nicht sehr modern, was allerdings auch an der Übersetzung liegen mag.

Wenn man allerdings von diesen Aspekten absieht und man sich mit der Sprache einigermaßen angefreundet hat, wird es zu einer sehr wertvollen Lektüre – sowohl für den Einsteiger in das Väterthema als auch für gestandene Väter, die ein wenig Rückschau halten wollen und Anregungen zum Nachdenken über das Vatersein suchen.

Ich möchte ein paar ausgewählte Erkenntnisse präsentieren, auf die Le Camus in seinem Buch eingeht. Alle ausführlichen Erläuterungen finden sich dann im Buch.

Natürlich geht es in den meisten Fällen um den Unterschied von Vätern und Müttern und die unterschiedlichen Auswirkungen des Verhaltens der Eltern auf die Reaktionen und Entwicklungen der Kinder. Einen Hauptpunkt würde ich unter dem Motto „Mütter fördern, Väter fordern“ zusammenfassen. Mütter sind eher zur Unterstützung da, Kinder suchen bei Ihnen Schutz. Das Neue, Dinge, die es zu erforschen gilt, sind das Metier der Väter. Väter fordern auch in Spielsituationen eher zu Handlungen und neuen Ansätzen auf, während die Mütter eher kommentieren und loben. Väter sind bekannt dafür, dass sie die Kinder schon mal beim Spiel ablenken oder auch necken. Hier hat man herausgefunden, dass Kinder dadurch zu neuen Lösungen und alternativen Handlungsmöglichkeiten geführt werden und damit ausgetretene Pfade verlassen. Im Bereich der Sprache gibt es Erkenntnisse, dass die Väter für die Erweiterung des Sprachschatzes beim Kind verantwortlich sind, weil sie in der Kommunikation mit ihnen mehr unbekannte Wörter verwenden als die Mütter. Da Kinder gegenüber Fremden aufgeschlossener sind, wenn ihre Väter dabei sind, folgert man, dass die Risikobereitschaft der Kinder durch die Anwesenheit der Väter wächst. Väter wirken wie Katalysatoren beim Eingehen von Risiken. Auch in Situationen wie beim Babyschwimmen gilt: Die Mutter bestärkt, und der Väter regt an.

Le Camus kommt schließlich zu der Erkenntnis, dass Väter nicht nur für den Aufbau der geschlechtlichen Identität und die Konstruktionen des Wertesystems des Kindes von immenser Bedeutung sind, sondern für alle Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Und das ist doch eine wunderbare Sache. Insofern ist das Buch bei aller Wissenschaftlichkeit doch ein großer und wichtiger Mutmacher für alle Väter.

Jean Le Camus, Väter, Beltz, 2003, 11,90 Euro.