Tag Archiv für Öffentlichkeitsarbeit

Ein Hessentag zum Mut machen

Das war ein richtig heißer Tag. Am Pfingstmontag war ich am Stand der hessenstiftung – familie hat zukunft mit dem Thema „Väterbegleitung von Anfang an“ auf dem Hessentag in Bensheim. Weit über 100000 Besucher sind nach Veranstalterangaben über das Gelände gelaufen, ein Teil davon kam auch an unserem Stand vorbei. Ein Kicker vor dem Pavillon verführte dann doch einige zum schweißtreibenden Spiel – und gab uns Gelegenheit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Der Stand der hessenstiftung auf dem Hessentag am Pfingstmontag.

Der Stand der hessenstiftung auf dem Hessentag am Pfingstmontag.

Und es gab einige interessante Gespräche. Da war das junge Paar, das vor der Geburt des ersten Kindes keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht hat. Sie bedauern es heute. Es sei vieles schief gelaufen. Bei der Geburt und danach. Beim nächsten Mal wollen sie sich auf jeden Fall besser vorbereiten. Dann gab es einige Väter, die sich gern über das Vatersein unterhalten und dann auch einen kleinen Fragebogen zum Thema Vatersein ausgefüllt haben. Diese Bögen werden zum Hessischen Vätertag am Sonntag ausgewertet. Ein erster Blick auf die Antworten zeigt, wie intensiv die Auseinandersetzung mit dem eigenen Vatersein bei vielen Vätern doch ist. Das macht Mut.

Dann gab es auch viele Menschen, die einfach nur an unserem Stand vorbeigelaufen sind. Einige haben sich nach meinem Vaterberater-Rollup umgeschaut, sich gewundert, ein wenig dafür interessiert. 80% von ihnen Frauen. Einzelne haben geschmunzelt, andere ihren Partnern hinterhergerufen: „Das ist doch was für Dich!“ Einige Männer hat das auch in Verlegenheit gebracht. Andere haben direkt reagiert: „Bei mir ist einiges falsch gelaufen, aber ich stehe dazu.“ Frauen und vor allem Mütter sind immer noch wichtige Multiplikatoren für das Thema Vatersein. Dabei gibt es doch hier eine gute Möglichkeit für Männer, sich zu emanzipieren und nicht erst auf die Partnerin zu warten, die sie anregt, sich mit dem Thema auf eine etwas intensivere und andere Art zu befassen.

Auch wenn die Marketingeffekte im ersten Moment bei einem solchen Auftritt überschaubar bleiben. Jede dieser Aktionen hilft, das Thema Vatersein und aktive Vaterschaft in die Öffentlichkeit zu bringen. Vielleicht haben wir es geschafft, wieder ein paar Menschen zum Nachdenken anzuregen. Und selbst der Gedanke daran macht einfach Mut.

Mehr Öffentlichkeit für Väterthemen

Artikel im Darmstädter Echo vom 10. Mai 2012.

Artikel im Darmstädter Echo vom 10. Mai 2012.

Gestern ist der Artikel über mich im Darmstädter Echo erschienen. Ich habe es geschafft, dass die wesentlichen Aussagen, die ich machen wollte, auch genauso bei der Journalisten-Kollegin angekommen sind – und entsprechend auch so in der Zeitung gelandet sind.

Von einem überbordenden Feedback kann ich nicht sprechen. Vieles fällt in die Kategorie „Familie und Freunde“. Einige bemerkenswerte Dinge gibt es dann aber doch. In einem Kommentar auf google+ heißt es, dass der Sohn in einem Jahr Elternzeit der bislang beste Chef gewesen sei. Ein Stadtjugendpfleger einer benachbarten Kommune hat sich gemeldet, weil man dort auch die Väterarbeit forcieren möchte. In einem Fall wurde das Thema auf einer weiteren Plattform kompetent und pointiert kommentiert und damit weiter in die Welt hinausgetragen.

Vätern Räume schaffen, Spaß am Vatersein vermitteln, werdende Väter und Väter direkt zu unterstützen – das ist die eine Seite der Medaille. Mehr und mehr wird mir aber auch klar, dass das ganze Thema eine erhebliche politische Dimension hat. So fällt mir und meinen Kollegen und allen, die sich für das Vatersein und die entsprechenden Freiräume einsetzen, die Aufgabe zu, ganz viel Bewusstseinsbildung zu betreiben. Das Thema ist dabei, in der Gesellschaft anzukommen. Das Ziel hat es noch lange nicht erreicht.