Tag Archiv für Mütter

Tag der Nachhaltigkeit – Die Familie als nachhaltige Energiequelle

Es gibt reichlich Leute, die mit dem Begriff Nachhaltigkeit nicht allzu viel anfangen können, ihn für überdistribuiert halten. Die hessische Landesregierung hat keine Berührungsängste mit dem Begriff. So findet am 19. September der 2. Hessische Tag der Nachhaltigkeit statt. An diesem Aktionstag beteiligen sich zahlreiche Institutionen landauf und landab mit den unterschiedliche Facetten dieses Themas. Im Netz findet sich eigens ein Aktionsplan, mit dessen Hilfe sich herausfinden lässt, wo welche Aktionen stattfinden.

Eine besonders schöne Idee hat Ulrich Kuther von der hessenstiftung in Bensheim. Er hat auf der Facebook-Seite der Stiftung eine niedrigschwellige Aktion gestartet, die die soziale Dimension der Nachhaltigkeit in den Fokus rückt. Er sieht in der Familie eine „nachwachsende, erneuerbare Kraft- und Energiequelle für viele Generationen“. Er ruft dazu auf – und ich schließe mich an -, eine Idee oder ein Statement zu der Frage „Wie erlebst du Familie als erneuerbare Quelle von Energie?“. Die Aktion läuft noch bis zum 19. September. Bitte postet auf der Seite Eure Antwort. Und nutzt die Gelegenheit, diese Aktion zu teilen, damit möglichst viele Statements zusammenkommen.

Es gibt auch eine übergeordnete Foto-Mitmachaktion.

Ohne väterorientierte Personalpolitik fehlt etwas

Es ist noch ein harter und steiniger Weg, aber irgendwann werden nicht nur ein paar Exoten unter den Unternehmen erkennen, dass es mit einer frauenorientierten Personalpolitik hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht getan ist. Auch für die Männer muss noch sehr viel getan werden. Es handelt sich um ein ganzheitliches Thema.

Die Hessenstiftung ist eine der Institutionen, die sich mit ihrem Programm „Väter in Familie und Beruf“ für dieses Anliegen stark macht. Ein weiterer Baustein dieses Engagements ist die qualitative Studie „Väter und der Wiedereinstieg der Partnerin“, die von der Hessenstiftung und dem Bundesfamilienministerium gemeinsam in Auftrag gegeben wurde. Organisationsberater Hans-Georg Nelles aus Düsseldorf (vaeterblog.de) hat die Studie durchgeführt. Eine Erkenntnis: Je mehr Elternzeiterfahrung die Väter haben, umso besser unterstützen sie ihre Partnerinnen beim beruflichen Wiedereinstieg.

Die Vorstandsvorsitzende der Hessenstiftung, die hessische Staatssekretärin im Sozialministerium Petra Müller-Klepper, ist überzeugt, dass Wiedereinsteigerinnen in den Beruf ganz besonders auf die Unterstützung der Partner angewiesen sind. Ein Schlüssel dafür ist die Anerkennung der väterlichen Familienarbeit. Dass es daran noch weitestgehend hapert, ist kein Geheimnis. Ein Knackpunkt: In der Regel fehlt das Verständnis des Arbeitgebers. Aber auch hier leisten Männer und Väter wie Hans-Georg Nelles und Volker Baisch von der Hamburger Väter gGmbH wichtige Arbeit in den Unternehmen. Ihr Credo: Väterorientierte Personalpolitik zahlt sich in vielfältiger Weise aus. Sie gehen in die Unternehmen hinein und schärfen das Bewusstsein dafür, dass Väter nicht zuletzt durch ihre Rolle in der Familie besondere Stärken und Fähigkeiten haben, von denen vor allem die Unternehmen profitieren können.

Bei einem Fachgespräch am Mittwoch in Wiesbaden sagte Nelles: „Väter sind bereit, Veränderungen im Familiensystem beim Wiedereinstieg der Partnerin mitzutragen und gegebenfalls ihre eigene Arbeitszeit zu reduzieren. Allerdings muss diese Bereitschaft rechtzeitig abgerufen werden.“ Wesentlich ist nach seinen Beobachtungen, dass die Partnerin bereit ist, ihre Verantwortung für das Familieneinkommen zu übernehmen.

Nelles hat für die Studie drei Gruppen von Vätern befragt. Väter ohne eigene Elterenzeiterfahrung und mit einer Partnerin, die bereits in den Beruf zurückgekehrt ist. Väter mit zwei Monaten. Und schließlich Väter mit einer Elternzeiterfahrung von mehr als sechs Monaten sowie Väter, die schon älter als 38 Jahre alt waren or die Elternzeit erst beim zweiten oder dritten Kind in Anspruch genommen haben.

Welche politischen Maßnahmen lassen sich aus dem Erkenntnissen der Studie ableiten? Eine Ausweitung der Partnermonate von zwei Monaten bis auf die Hälfte der Elternzeit wäre denkbar, hieß es in der Runde. Politisch wäre dies sicher ein Ansatz. Ganz wichtig ist aber, dass man auch noch andere Stellschrauben nutzt, damit Väter mit ihrem Anliegen Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, näher kommen. Die Akzeptanz in der Gesellschaft ist dafür bei Weitem noch nicht groß genug. Wir Väter müssen also gemeinsam an dieser Aufgabe weiterarbeiten. Ich glaube, dass sich das lohnt. Und: Auch die Mütter, die wieder in ihrem Beruf arbeiten wollen, können davon in hohem Maße profitieren.

Der Mann muss tun, was der Mann tun muss

Organisationsberater Hans-Georg Nelles hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, welche Rolle der Mann/Vater spielen muss, damit der Frau nach der Elternzeit der Wiedereinstieg in den Beruf gelingt. Damit hat er sich tatsächlich eines wichtigen Themas angenommen. Zuletzt wurde die neue Vaterschaft in den Medien als Mythos dargestellt. Es ist richtig: Mann ist kein neuer Vater, nur weil er sich als solcher bezeichnet. Diesen Status muss er sich erarbeiten. Die Broschüre ist im Auftrag des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und der „hessenstiftung – familie hat zukunft“ entstanden. Die Ergebnisse basieren auf qualitativen Interviews. Das Werk ist sehr lesenswert und erhellend.