Tag Archiv für Kolping

Väter und Kinder für Bindung

Zwei ereignisreiche Wochenenden liegen hinter mir. Zwei Vater-Kind-Wochenenden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Doch Stopp, einige wiederkehrende Muster sind erkennbar. Doch dazu später mehr.

Die Unterschiede: Die eine Gruppe war eher klein, die andere groß. In der einen Gruppe waren die Wiederholungstäter deutlich in der Überzahl, in der anderen die Rookies. In der einen Gruppe waren die Kinder etwas älter, in der anderen Gruppe waren viele kleine Kinder dabei, dafür war die älteste Tochter hier schon 17. Die eine Gruppe leiteten zwei hauptamtliche Teamer, die zweite Gruppe wurde von einem Ehrenamtlichen und einem Hauptamtlichen geführt. Die eine Gruppe war etwas anarchisch, die andere Gruppe ein wenig disziplinierter.

Es ist sicher nicht einfach, sich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten immer optimal einzustellen. Ganz wichtig ist bei einer Vater-Kind-Gruppe, dass sich die Gruppenleitung ein gehöriges Maß an Flexibilität leistet. Gut vorbereitet muss eine solche Veranstaltung in jedem Fall sein. Doch das Maß der plangenauen Umsetzung ist an die Situation anzupassen. Dem Feedback nach ist es uns in beiden Fällen gelungen. Väter müssen freie Zeit für sich und ihre Kinder haben. Die Kinder brauchen die Freiräume sowieso. Das Programm muss atmen können, gleichwohl ist ein roter Faden wichtig. Die Kursleitung muss zielgerichtet bleiben, auch wenn es einmal etwas lockerer wird. Am Ende muss ein runder Eindruck haften bleiben. Die Teilnehmer sollen gern wieder kommen.

Die vorherigen Ausführungen zeigen schon, dass bei allen Unterschieden die Art der Leitung eines solchen Wochenendes deutliche Parallelen aufzeigt. Überforderung und Unterforderung sich gleichermaßen ungünstig. Immer gleich ist es auch, dass es Teilnehmer gibt, denen das Programm zu wenig straff ist, während es andere schon zu straff finden. Väter sind kritisch, aber unterscheiden sich hier wahrscheinlich nicht sonderlich von Müttern.

Bei einem Vater-Kind-Wochenende ist auch bestens das zu beobachten, was auch in allgemein bekannten und anerkannten Büchern zu lesen ist. Väter fördern das explorative Verhalten der Kinder. Kinder genießen ihre Freiräume. In einzelnen Fällen zeigt sich aber auch eine gewisse Strenge, die vielleicht auch vätertypisch ist.

Lagerfeuer

Klar, ein Lagerfeuer gehört selbstverständlich zu jedem Vater-Kind-Wochenende dazu.

 

Schließlich noch ein paar Details zu den Wochenenden: Das erste Wochenende wurde von der katholischen Familienbildungsstätte Wiesbaden veranstaltet. Traditionell geht es in die Steinesmühle nach Laubach-Münster in Hessen am Fuß des Vogelsberges. Ein interessantes und liebevoll geführtes Haus mit sehr begrenzter Aufnahmekapazität. Die Anlage ist sehr naturnah. Die Feuerstelle liegt direkt an der Wetter, einem Bach, auf dem man auch mit einem Boot herumschippern kann. Die Spielwiese ist super. Lagerfeuer und Grillen ist bestens möglich. Unser Thema „Feuer und Flamme“. Wir haben versucht, Feuer mit einfachen Mitteln anzuschüren. Am Abend dann der Höhepunkt: Feuerspucken für Groß und Klein.

Insektenhotel

Das Insektenhotel steht jetzt auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte in Kirchähr.

 

Das zweite Wochenende veranstaltete der Kolping-Diözesanverband des Bistums Limburg. Es fand im Karlsheim, einer Jugendbildungsstätte der Diözese Limburg, in Kirchähr statt. Ein schönes Haus, gut ausgestattet für Tagungen, im Westerwald. Auch hier gibt es Natur im Überfluss. Etwas ungünstig: Das Haus und die Spielwiese, der Spielplatz, die Feuerstelle und der breite Bach Gelbach sind durch eine Straße voneinander getrennt. Das ist nicht optimal, gerade mit kleinen Kindern. Aber es gibt eine Ampel direkt am Haus, was die Lage entschärft. „Wildnis erleben“ lautete das Motto. Insgesamt hätte es etwas erlebnispädsgogischer sein können. Aber den Teilnehmern hat es gefallen. Unser Großprojekt: Der Bau eines Insektenhotels. Das steht nun vor Ort als Zeuge unseres gemeinsamen Wirkens.

Väter-Kind-Wochenenden bieten die Gelegenheit, die Beziehung vom Papa zu seinem Kind/zu seinen Kindern zu vertiefen. Solche Inseln sind wichtig, um die Bindung zu stärken. Die Motive sind natürlich vielfältig. Unter den teilnehmenden Vätern sind jene, die auch sonst viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Hauptsächlich aber sind es jene, denen im Alltag nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Aber auch hier macht es die Mischung. Und der eine oder andere kann sich vielleicht auch etwas von den anderen Papas abschauen.

Ein Wochenende mit begeisterten Wiederholungstätern

Rund vier Wochen liegt das Vater-Kind-Wochenende in Herbstein nun zurück. Es war, ganz wie erwartet, eine sehr schöne und gute Erfahrung. Allerdings lässt dieses Wochenende und die Abläufe und Ergebnisse nicht unbedingt einen Rückschluss auf andere Veranstaltungen dieser Art zu. Es war denn doch zu speziell.

Speziell war es deshalb, weil wir es mit Wiederholungstätern und Vater-Kind-Wochenenden-Profis zu tun hatten. Die meisten Männer und damit auch die meisten Kinder waren schon häufiger dabei, sogar in derselben Konstellation.

Schon am ersten Abend haben sich beim Abendessen so ganz natürlich Vätertische und Kindertische gebildet. Die meisten Teilnehmer stammten aus dem Rheingau und kennen sich auch von dort.

 

Die Teilnehmer des Kolping-Vater-Kind-Wochenendes in Herbstein.

Die Teilnehmer des Kolping-Vater-Kind-Wochenendes in Herbstein.

Insofern gab es keine wirkliche Notwendigkeit, zunächst eine Gruppe zu formen. Sie ar einfach vorhanden. Andererseits war aber auch das Bedürfnis, sich über Väterthemen intensiver auszutauschen, nicht sehr groß. Wir haben entsprechend flexibel reagiert.

Es war also wichtig, dass es vor allem genügend Zeit zum gemeinsamen Erleben und Tun gegeben hat. Die Gruppe der Kinder war sehr heterogen. Die Kinder waren zwischen 2 und 12 Jahren alt. Aber auch darauf haben wir uns eingestellt. So haben Väter mit ihren Kindern eine Mittagspause machen können, während die anderen Männer mit ihrem Nachwuchs schon wieder mit dem Schiffbau beschäftigt waren. Vor allem der Transport der Arche zu einem in der Nähe gelegenen Weiher und natürlich das zu Wasser lassen, waren dann der logische Höhepunkt des Wochenendes, abgesehen vom Lagerfeuer und Zubereiten von Stockbrot.

Das Feedback hat gezeigt, dass all unsere Ziele erreicht wurden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Heiko Litz und ich auch im kommenden Jahr wieder für die Leitung dieses Vater-Kind-Wochenende von Kolping Limburg gebucht werden. Unseren Themenspeicher haben wir am Ende der Veranstaltung auf jeden Fall gut gefüllt.

Aber zuvor werden wir gemeinsam ein weiteres Vater-Kind-Wochenende anbieten. Es wird uns wahrscheinlich wieder nach Herbstein führen. Wir werden das Thema „Komm, bau ein Schiff“ beibehalten. Allerdings wollen wir das Wochenende für Väter mit Kindern im Vorschulalter Grundschulalter (Korrektur vom 30. Mai 2012) ausschreiben. Termin wird voraussichtlich der 5. bis 7. Oktober sein. Wenn das Ganze in trockenen Tüchern ist, werde ich die Veranstaltung hier noch genauer vorstellen.

Einen Bericht vom Vater-Kind-Wochenende aus Papasicht habe ich auf www.passionpapa.de publiziert.

Das erste Vater-Kind-Wochenende

Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, eine Veranstaltung für Väter und Kinder anzubieten. Allerdings hat mir da der richtige Anknüpfungspunkt gefehlt. Beim Praxistag am Wochenende haben dann mein Väterbegleiter-Kollege Heiko Litz und ich zusammengefunden. Er sucht zufällig einen Co-Kursleiter für ein Vater-Kind-Wochenende von Kolping im Feriendorf Herbstein. Das passt wunderbar. Vom 27.-29. April geht es dann für uns und rund 30 Väter und Kinder um das Thema „Komm, bau ein Schiff!“ Auf diese gemeinsam Aktivität, Vorbereitung und Durchführung, freue ich mich sehr. Ich werde davon berichten.