Tag Archiv für Hans-Georg Nelles

Das Väter-Magazin (6)

Seit dem letzten Väter-Magazin ist nur eine Woche vergangen – und erneut gibt es eine Menge Fundstellen im Netz rund um Väterthemen. Kein Wunder, lag doch auch der Internationale Männertag in der vergangenen Woche. Ansonsten geht es auch wieder um Männer in Kitas, Vater-Kind-Aktivitäten und die Beziehung der Väter zu ihren Kindern und vor allem ihren Söhnen. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen. Vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung dabei. Und es bleibt dabei: Über Feedback freue ich mich – und über ein Weiterverbreiten dieses Posts sowieso.

Der Hessische Vätertag kommt

Das Logo des Hessischen Vätertages.

Das Logo des Hessischen Vätertages.

„Was bedeutet Väterlichkeit für Dich/für Sie?“ Mit dieser Leitfrage wird sich der Hessische Vätertag am 28. September beschäftigen, der an verschiendenen Orten in ganz Hessen als Aktionstag begangen wird. Der Hessische Vätertag ist eine Inititiative der hessenstiftung – familie hat zukunft. An der Vorbereitung beteiligt ist unter anderem Hans-Georg Nelles aus Düsseldorf.

An diesem tag soll gemeinsam mit Vätergruppen, Kindertageseinrichtungen, Familienzentren und Elterninitiativen, Bibliotheken und Schulen, Mehrgenerationenhäusern und Altersheimen eine Tradition begründet werden, die jedes Jahr unter einem eigenen Leitmotiv die Bedeutung aktiver und moderner Vaterschaft hervorhebt. In diesem Jahr sind „Vätergeschichten“, in denen Väterlichkeit als Wert für sich zum Ausdruck kommt, das Thema.

Vätergruppen sind eingeladen, sich mit vielfältigen Aktionen an diesem Tag zu beteiligen und das Thema Väterlichkeit in seiner Bedeutung den Menschen in Hessen näher zu bringen. Zu diesem Zweck hat das Organisationsteam Ideen entwickelt, die dann vor Ort umgesetzt werden können. Materialien dazu finden sich auf der Website www.hessischer-vaetertag.de im Downloadbereich. Die teilnehmenden Gruppen können selbstverständlich auch ihre eigenen Aktionen und Ideen einbringen.

„Wir knüpfen mit dem Aktionstag an die Tradition des internationalen Vätertags an, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den sich vollziehenden Wandel hin zu einer neuen Väterlichkeit zu richten“, erläuterte Ulrich Kuther, Geschäftsführer der Hessenstiftung. „Das Motiv des ersten Hessischen Vätertages gefällt mir deshalb, weil wir beim Erzählen von Alltagsgeschichten den Wert der Väterlichkeit anschaulich machen. Außerdem können so alle mitmachen, Kinder, Frauen und Männer, denn einen Papa haben alle.“

Das Leitmotiv “Vätergeschichten” soll über das Erzählen und Aufschreiben von Geschichten über den Vater dazu einladen, die Qualitäten alltagsnahen Vaterseins und die Bedeutung des Vaters für die Biographie jedes Menschen bewusst machen. So kann bereits im Vorfeld zum Aktionstag jeder mitmachen, der „Vätergeschichten“ zu erzählen hat. Auf der Website des Hessischen Vätertages werden die Geschichten gesammelt. Herzlich laden die Initiatoren alle Kinder, Männer und Frauen ein, Geschichten über den Vater beizutragen. In Vorbereitung auf den 1. Hessischen Vätertag werden auch schon auf dem Hessischen Familientag am 8. Juni 2013 in Weilburg, beim Hessentag in Kassel (14. bis 23. Juni 2013) und beim Familienfest der Familienkarte Hessen Zitate und Aussagen der Besucher eingesammelt, in der sie sich zum Thema Väterlichkeit äußern. Diese “Vätergeschichten” sollen die zentrale Rolle am eigentlichen Aktionstag spielen.

Ohne väterorientierte Personalpolitik fehlt etwas

Es ist noch ein harter und steiniger Weg, aber irgendwann werden nicht nur ein paar Exoten unter den Unternehmen erkennen, dass es mit einer frauenorientierten Personalpolitik hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht getan ist. Auch für die Männer muss noch sehr viel getan werden. Es handelt sich um ein ganzheitliches Thema.

Die Hessenstiftung ist eine der Institutionen, die sich mit ihrem Programm „Väter in Familie und Beruf“ für dieses Anliegen stark macht. Ein weiterer Baustein dieses Engagements ist die qualitative Studie „Väter und der Wiedereinstieg der Partnerin“, die von der Hessenstiftung und dem Bundesfamilienministerium gemeinsam in Auftrag gegeben wurde. Organisationsberater Hans-Georg Nelles aus Düsseldorf (vaeterblog.de) hat die Studie durchgeführt. Eine Erkenntnis: Je mehr Elternzeiterfahrung die Väter haben, umso besser unterstützen sie ihre Partnerinnen beim beruflichen Wiedereinstieg.

Die Vorstandsvorsitzende der Hessenstiftung, die hessische Staatssekretärin im Sozialministerium Petra Müller-Klepper, ist überzeugt, dass Wiedereinsteigerinnen in den Beruf ganz besonders auf die Unterstützung der Partner angewiesen sind. Ein Schlüssel dafür ist die Anerkennung der väterlichen Familienarbeit. Dass es daran noch weitestgehend hapert, ist kein Geheimnis. Ein Knackpunkt: In der Regel fehlt das Verständnis des Arbeitgebers. Aber auch hier leisten Männer und Väter wie Hans-Georg Nelles und Volker Baisch von der Hamburger Väter gGmbH wichtige Arbeit in den Unternehmen. Ihr Credo: Väterorientierte Personalpolitik zahlt sich in vielfältiger Weise aus. Sie gehen in die Unternehmen hinein und schärfen das Bewusstsein dafür, dass Väter nicht zuletzt durch ihre Rolle in der Familie besondere Stärken und Fähigkeiten haben, von denen vor allem die Unternehmen profitieren können.

Bei einem Fachgespräch am Mittwoch in Wiesbaden sagte Nelles: „Väter sind bereit, Veränderungen im Familiensystem beim Wiedereinstieg der Partnerin mitzutragen und gegebenfalls ihre eigene Arbeitszeit zu reduzieren. Allerdings muss diese Bereitschaft rechtzeitig abgerufen werden.“ Wesentlich ist nach seinen Beobachtungen, dass die Partnerin bereit ist, ihre Verantwortung für das Familieneinkommen zu übernehmen.

Nelles hat für die Studie drei Gruppen von Vätern befragt. Väter ohne eigene Elterenzeiterfahrung und mit einer Partnerin, die bereits in den Beruf zurückgekehrt ist. Väter mit zwei Monaten. Und schließlich Väter mit einer Elternzeiterfahrung von mehr als sechs Monaten sowie Väter, die schon älter als 38 Jahre alt waren or die Elternzeit erst beim zweiten oder dritten Kind in Anspruch genommen haben.

Welche politischen Maßnahmen lassen sich aus dem Erkenntnissen der Studie ableiten? Eine Ausweitung der Partnermonate von zwei Monaten bis auf die Hälfte der Elternzeit wäre denkbar, hieß es in der Runde. Politisch wäre dies sicher ein Ansatz. Ganz wichtig ist aber, dass man auch noch andere Stellschrauben nutzt, damit Väter mit ihrem Anliegen Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, näher kommen. Die Akzeptanz in der Gesellschaft ist dafür bei Weitem noch nicht groß genug. Wir Väter müssen also gemeinsam an dieser Aufgabe weiterarbeiten. Ich glaube, dass sich das lohnt. Und: Auch die Mütter, die wieder in ihrem Beruf arbeiten wollen, können davon in hohem Maße profitieren.

Der Mann muss tun, was der Mann tun muss

Organisationsberater Hans-Georg Nelles hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, welche Rolle der Mann/Vater spielen muss, damit der Frau nach der Elternzeit der Wiedereinstieg in den Beruf gelingt. Damit hat er sich tatsächlich eines wichtigen Themas angenommen. Zuletzt wurde die neue Vaterschaft in den Medien als Mythos dargestellt. Es ist richtig: Mann ist kein neuer Vater, nur weil er sich als solcher bezeichnet. Diesen Status muss er sich erarbeiten. Die Broschüre ist im Auftrag des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und der „hessenstiftung – familie hat zukunft“ entstanden. Die Ergebnisse basieren auf qualitativen Interviews. Das Werk ist sehr lesenswert und erhellend.