Tag Archiv für Gesellschaftspolitik

Väterarbeit und ihre gesellschaftspolitische Dimension

Gestern hatte ich wieder ein sehr anregendes Gespräch mit meinem Kollegen Heiko Litz. Eine Erkenntnis: Obwohl sich schon viel tut im Bereich von Väterarbeit und Neudefinition der Vaterrolle, findet vieles davon – um es überspitzt zu sagen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Väterarbeit hat immer auch eine gewichtige gesellschaftspolitische Komponente, daher ist die Öffentlichkeitswirksamkeit unserer Themen und Anliegen natürlich notwendig.

Es findet durchaus Vernetzung und eine Bündelung von Kräften statt – was aus unserer Sicht notwendig für Aktionen mit einem großen Impact ist – offensichtlich reicht das aber noch nicht aus. Daher geht es weiterhin darum, hier noch mehr zu erreichen. Leider ist die mit großer Hoffnung gestartete und vielen Erwartungen ausgestattete Lobby-Organisation Bundesforum Männer gerade jäh von einem Nackenschlag getroffen worden. Der Bund der Steuerzahler hat sie in seinem Schwarzbuch erwähnt als Organisation, für die Steuergelder verschwendet wird. Das ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker vor allem aus Männerreihen, die in der Organisation nur ein Feigenblatt des Bundesfamilienministeriums sehen. Diesem wird vorgeworfen, das Bundesforum eingerichtet zu haben, um so tun zu können, als wäre man auch für die Männer da – ohne natürlich konkret etwas zu tun. Härteste Angriffe kommen aus Reihen der Männerrechtsverbände wie Agens und Manndat.

Mit solchen Meldungen wird es nicht gerade einfacher, die Anliegen von Vätern, Männern und Jungen in der Öffentlichkeit zu platzieren. Das hält uns aber nicht davon ab, die gesellschaftspolitische Komponente der Väterarbeit intensiv im Auge zu behalten, und uns Gedanken darüber zu machen, wie wir noch mehr Öffentlichkeit erreichen können. Wenn jemand Lust hat, sich hier einzubringen, ist er herzlich dazu eingeladen.

Mehr Öffentlichkeit für Väterthemen

Artikel im Darmstädter Echo vom 10. Mai 2012.

Artikel im Darmstädter Echo vom 10. Mai 2012.

Gestern ist der Artikel über mich im Darmstädter Echo erschienen. Ich habe es geschafft, dass die wesentlichen Aussagen, die ich machen wollte, auch genauso bei der Journalisten-Kollegin angekommen sind – und entsprechend auch so in der Zeitung gelandet sind.

Von einem überbordenden Feedback kann ich nicht sprechen. Vieles fällt in die Kategorie „Familie und Freunde“. Einige bemerkenswerte Dinge gibt es dann aber doch. In einem Kommentar auf google+ heißt es, dass der Sohn in einem Jahr Elternzeit der bislang beste Chef gewesen sei. Ein Stadtjugendpfleger einer benachbarten Kommune hat sich gemeldet, weil man dort auch die Väterarbeit forcieren möchte. In einem Fall wurde das Thema auf einer weiteren Plattform kompetent und pointiert kommentiert und damit weiter in die Welt hinausgetragen.

Vätern Räume schaffen, Spaß am Vatersein vermitteln, werdende Väter und Väter direkt zu unterstützen – das ist die eine Seite der Medaille. Mehr und mehr wird mir aber auch klar, dass das ganze Thema eine erhebliche politische Dimension hat. So fällt mir und meinen Kollegen und allen, die sich für das Vatersein und die entsprechenden Freiräume einsetzen, die Aufgabe zu, ganz viel Bewusstseinsbildung zu betreiben. Das Thema ist dabei, in der Gesellschaft anzukommen. Das Ziel hat es noch lange nicht erreicht.