Archiv für Väter und Männer

Buchbesprechung: „Eltern, setzt euch durch!“

Werner Haas: "Eltern, setzt euch durch!"

Werner Haas: „Eltern, setzt euch durch!“

Wenn ich als Kess erziehen-Kursleiter einen Erziehungsratgeber lese, dann lese ich ihn selbstverständlich auch unter Kess-Gesichtspunkten. Genauso ist es auch bei der Lektüre des Erziehungsratgebers „Eltern, setzt euch durch! – Keine unnötigen Machtkämpfe mehr“ von Werner Haas aus dem Kreuz Verlag gewesen.

Der Titel versucht aufzufallen, laut zu sein. Orange-rotes Cover, auf dem Foto ein Megafon. Erziehungsratgeber müssen auffallen um aufzufallen. Zu groß ist das Angebot an entsprechenden Hilfsangeboten für besorgte und/oder verzweifelte Eltern. Auch der Titel ist reißerisch – so recht zum Foto mag er nicht passen. Die Aufforderung, dass sich Eltern gegenüber ihren Kindern durchsetzen mögen, schreien die Kinder ja nicht heraus. Es handelt sich allenfalls um stille Botschaften hinter Verhaltensweisen – aber darauf wollte der Verlag wahrscheinlich gar nicht hinaus. Dass nämlich Kinder Orientierung und Grenzen wünschen, innerhalb derer sie sich bestmöglich entwickeln und entfalten können.

So wirkt der Titel schon auf den ersten Blick nicht besonders kess. Und doch stecken viele Parallelen in den Ansätzen von Haas und dem Elternkurskonzept Kess erziehen.

Werner Haas, Psychologe, Supervisor und Familientherapeut, legt hier kein umfassendes Erziehungskonzept vor. Es geht vielmehr um eine Aneinanderreihung von Verhaltens- und Erziehungstipps, die auch mehr oder weniger aufeinander aufbauen. Das Buch ist klar gegliedert. Die großen Themen: „Was will ich?“, „So bring ich’s rüber“, „So verleihe ich meiner Forderung Nachdruck“ und „Machtkämpfe meistern“.

Quasi jedes der insgesamt 64 Kapitel wird am Ende noch einmal in wenigen Worten zusammengefasst. Das ist praktisch. Wer das Buch also einmal in seiner Gänze erfasst hat, kann bei Bedarf die Zusammenfassung lesen und sich damit die Gedanken und Tipps des Autors ins Gedächtnis rufen und möglicherweise auch direkt anwenden. Haas reichert seine Verhaltensanregungen mit vielen sicher den meisten Eltern bekannten Beispielen aus dem Erziehungsalltag an. Er erklärt, wie sich Machtkämpfe zwischen Kindern und Eltern meistern lassen und sie schließlich auch verhindert werden können. Hierbei kommt es auf eine deutliche und klare Ansprache an, sagt Haas, was sich nicht immer mit den weichgespülten Erziehungstipps anderer Autoren in Einklang bringen lässt. Aus seiner Sicht ist grenzenlose Harmonie nicht immer zielführend. An einigen Stellen bin denn auch ein wenig zusammengezuckt.

Zu Beginn geht es Haas deutlich darum den modernen und aus seiner Sicht weichgespülten Erziehungskonzepten etwas entgegen zu stellen. Und das bekommt er auch hin. Der Autor, der in er Erziehungs- und Familienberatung in Pirmasens tätig ist, weist aber immer wieder darauf hin, das es um ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander von Eltern und Kindern geht. Insofern wird das Buch im Verlauf dann doch immer kesser. Allerdings ist das oft nur in Klammern oder Nebensätzen zu lesen. Insofern birgt das Buch auch Gefahren, wenn nämlich genau diese Dinge überlesen werden. Gerade beim Thema Strafen ist das nicht unerheblich. So wird körperliche Züchtigung hier keineswegs empfohlen, ein bisschen anfassen allerdings darf es schon sein. Hier ist aber Empathie und Sensibilität bei den Eltern gefragt. Und diese Eigenschaften kann man sich nicht anlesen. Hier geht es um Haltung – und die bringt vielleicht nicht jeder Leser mit.

Zwei Punkte machten mir bei der Lektüre Probleme. Zum einen das zugrundeliegende Menschenbild im Bezug auf die Kinder. Man gewinnt den Eindruck, dass die Kinder ihren Eltern etwas Böses wollen und den Machtkampf inkl. Provokation suchen, und zwar unentwegt. Da habe ich meine Zweifel.

Der zweite Punkt hängt mit dem ersten zusammen – und ich habe ihn zuvor bereits angedeutet. Mir wird hier zu wenig eine Erziehungshaltung vermittelt, die nämlich dabei helfen könnte, die Situationen, in denen es um Machtkämpfe geht, grundsätzlich zu minimieren. Die Sichtweise des Autors ist sehr situationslastig (das hat sicher mit der Erfahrung aus der Erziehungsberatung zu tun), der Ansatz ist mir nicht ganzheitlich und nachhaltig genug. Wenn dies einmal aufscheint, dann nur zwischen den Zeilen. Der unbedarfte Leser mit wenig Vorerfahrung im Bereich der Erziehungsunterstützung mittels bspw. Elternkursen, könnte das Buch zu sehr als Rezeptbuch nutzen, das nur in bestimmten Situationen herangezogen wird. Und zwar dann, wenn die Verzweiflung der Eltern so groß ist, dass ein Rezept unbedingt her muss. Dann geht es aber nur um die Symptome, nicht um die Ursachen.

Dass es deutlich Parallelen zu Kess erziehen gibt, deutet sich im Bereich der natürlichen und der vertraglich vereinbarten Konsequenzen an. Der Autor kritisiert den aus Kess bekannten Begriff der logischen Folge. Damit stößt er einen möglicherweise wertvollen Diskurs an. Allerdings ist dieser Aspekt auch nur für Leser mit einer „kessen“ Vorbildung relevant.

Bei aller Kritik: Es stehen viele richtige Dinge in dem Buch. Allerdings werden die Kinder zu sehr als kleine Monster beschrieben. Die Situationen, in denen die Rezepte wirken, müssten möglicherweise gar nicht erst entstehen, wenn die Haltung der Eltern insgesamt eine andere wäre. Unterm Strich wollen „Kess“ und Werner Haas allerdings dasselbe. Eine wertvolle Erziehungserfahrung und eine Erziehung, die Kindern  optimale Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Werner Haas, Eltern setzt euch durch! – Keine unnötigen Machtkämpfe mehr, Kreuz Verlag, 2013, 12,00 Euro

 

Unerwartete Begegnung im Buchladen

Neulich bin ich mit meiner Familie in den Darmstädter Stadteil Eberstatdt gefahren. Mein Ziel: Ich wollte jedem ein Buch ausgeben – quasi freie Auswahl. Beim Verlassen des Buchladens staunte ich nicht schlecht, als ich folgenden Band im Schaufenster sah:

Yves Steininger: Der Vater-Vorteil

Yves Steininger: Der Vater-Vorteil

Sehr überraschend. Eine Bachelorarbeit zu diesem Thema. Kurz recherchiert: Yves Steininger hat mit dieser Arbeit seinen Bachelor in Psychologie gemacht. Er ist seit Anfang 2012 als selbstständiger Kinder- und Jugendlichencoach in Darmstadt-Eberstadt tätig. Interessant, dass sich doch noch einige andere Leute in dierekter Nachbarschaft mit Väter-Themen auseinandersetzen. Ein gutes Zeichen ist es allemal.

Einige Infos zum Buch finden sich in der entsprechenden Pressemitteilung.

Das Väter-Magazin (4)

In der aktuellen Folge meines Väter-Magazins mit zahlreichen Fundstücken aus dem Netz geht es um Vaterschaftsurlaub und auch die immer wiederkehrende Frage, wie sich Familie und Beruf optimal unter einen Hut bekommen lassen. Es geht auch um Väter als Vorlesemuffel (das darf nicht so bleiben). Auffällig ist, dass Vater-Kind-Aktionen in diesen Herbstwochen offensichtlich hoch im Kurs stehen. Viel Spaß beim Lesen. Ich freue mich auf Diskussionen und Feedback.

Buchvorstellung: Mein Vater und ich – Prominente erzählen

Das Magazin Focus hat dem Thema „Väter“ eine eigene wöchentliche Kolumne spendiert. Das ist sehr löblich. In diesem Format unter der Überschrift „Mein Vater“ erzählen Prominente bzw. Kinder von prominenten Vätern über ihre Beziehung zu ihrem Vater.

Mein Vater und ich - Buchtitel

„Mein Vater und ich – Prominente erzählen“, Kösel Verlag

Selbstverständlich bietet es sich an, bei Gelegenheit einen Sammelband aus einer solchen Serie zu machen und die gesammelten Werke als Buch zu verkaufen. Das Werk „Mein Vater und ich – Prominente erzählen“, herausgegeben von Focus-Redakteur Josef Seitz, ist nun schon seit einiger Zeit auf dem Markt, ziemlich genau seit einem Jahr, ist aber in jedem Fall auch heute noch eine Erwähnung wert.

46 Statements über Väter finden sich in dem ansprechend aufgemachten Band (sehr viele Fotos von prominenten Väter und prominenten Kindern) aus dem Kösel Verlag. Das Spektrum reicht in verschiedener Hinsicht recht weit. Einige Aussagen lassen sehr tief in die Beziehung von Vater und Kind blicken, andere bleiben eher an der Oberfläche. Das lässt Raum für Spekulationen. Diese Oberflächlichkeit hat aber auch in dem einen oder anderen Fall sicher seine Bedeutung – vor allem in Bezug auf die Bindung zwischen Vater und Kind. Die Qualität der Bindung hält ein Leben lang – das machen die Aussagen der Kinder sehr deutlich.

Häufig geht es dann auch wieder um den abwesenden Vater, vor allem wenn über prominente Väter – Politiker, Schauspieler, Entertainer – gesprochen wird. In der Regel wird dann betont, dass der Vater, wenn er denn einmal zu Hause bei seiner Familie war, sich sehr um diese gekümmert habe. Hier unterstelle ich in einigen Fällen eine Verklärung der Situation, die der weit zurück liegenden Ereignisse oder der konkreten, gegenwärtigen Interview-Situation geschuldet sein dürfte.

Es gibt aber auch Fälle, in denen sehr offen die mangelnde Bindung der Väter zu ihren Familien und vor allem Kindern beklagt wird. Hier zeigen sich teilweise auch echte Verletzungen, die sich über Jahrzehnte gehalten haben. Berührend sind die Schilderungen der Kinder, die über eine Versöhung in vorgeschrittenem Alter des Vaters berichten, während es in der Zwischenzeit eine eher eisige oder gar keine Beziehung zum Vater gab.

Die Beziehung zum Vater ist etwas ganz Besonderes. Das wissen wir. Ein Buch, das uns diese Tatsache deutlich vor Augen hält, ist in jedem Fall wertvoll. Viele der ausgewählten Aussagen regen zum Nachdenken über die eigene Beziehung zum Vater oder vielleicht auch über sich selbst an. Klar, das Buch unterhält selbstverständlich auch – dazu trägt der mehr oder minder vorhandene Promifaktor bei. Aber es ist ja nicht das schlechteste, wenn Unterhaltung und Erntshaftigkeit bei einem solch wichtigen Thema Hand in Hand gehen.

Josef Seitz (Hrsg.), Mein Vater und ich – Prominente erzählen, 2012, Kösel Verlag, 224 Seiten mit zahlreichen Fotos, 19,90 Euro

 

Terminupdate – Für Väter, Kinder und werdende Eltern

Haende

Wir haben viel vor im zweiten Halbjahr – gemeinsam.

Wir stecken bereits mitten drin im zweiten Halbjahr – es ist Zeit für ein Terminupdate. Meine Angebote: Es gibt wieder einige Geburtsvorbereitungskurse für Ersteltern und Eltern die das zweite oder dritte Kind erwarten, die ich gemeinsam mit Monika Kanzler-Sackreuther im Familienzentrum Darmstadt veranstalte. Darüberhinaus habe ich auch Vater-Kind-Aktionen in Darmstadt und Bensheim mit dem Schwerpunkt Fotografie im Angebot. Neu ist ein Info-Abend in Bensheim für werdende Eltern unter dem Motto „Und wenn das Baby da ist?“. Hier steige ich mit der Kollegin Ulrike Dürr in den Ring.

Für weitere Infos empfehle ich einen Blick auf die Terminseite. Vielleicht ist ja für den einen oder anderen etwas dabei.

Väter und Kinder für Bindung

Zwei ereignisreiche Wochenenden liegen hinter mir. Zwei Vater-Kind-Wochenenden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Doch Stopp, einige wiederkehrende Muster sind erkennbar. Doch dazu später mehr.

Die Unterschiede: Die eine Gruppe war eher klein, die andere groß. In der einen Gruppe waren die Wiederholungstäter deutlich in der Überzahl, in der anderen die Rookies. In der einen Gruppe waren die Kinder etwas älter, in der anderen Gruppe waren viele kleine Kinder dabei, dafür war die älteste Tochter hier schon 17. Die eine Gruppe leiteten zwei hauptamtliche Teamer, die zweite Gruppe wurde von einem Ehrenamtlichen und einem Hauptamtlichen geführt. Die eine Gruppe war etwas anarchisch, die andere Gruppe ein wenig disziplinierter.

Es ist sicher nicht einfach, sich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten immer optimal einzustellen. Ganz wichtig ist bei einer Vater-Kind-Gruppe, dass sich die Gruppenleitung ein gehöriges Maß an Flexibilität leistet. Gut vorbereitet muss eine solche Veranstaltung in jedem Fall sein. Doch das Maß der plangenauen Umsetzung ist an die Situation anzupassen. Dem Feedback nach ist es uns in beiden Fällen gelungen. Väter müssen freie Zeit für sich und ihre Kinder haben. Die Kinder brauchen die Freiräume sowieso. Das Programm muss atmen können, gleichwohl ist ein roter Faden wichtig. Die Kursleitung muss zielgerichtet bleiben, auch wenn es einmal etwas lockerer wird. Am Ende muss ein runder Eindruck haften bleiben. Die Teilnehmer sollen gern wieder kommen.

Die vorherigen Ausführungen zeigen schon, dass bei allen Unterschieden die Art der Leitung eines solchen Wochenendes deutliche Parallelen aufzeigt. Überforderung und Unterforderung sich gleichermaßen ungünstig. Immer gleich ist es auch, dass es Teilnehmer gibt, denen das Programm zu wenig straff ist, während es andere schon zu straff finden. Väter sind kritisch, aber unterscheiden sich hier wahrscheinlich nicht sonderlich von Müttern.

Bei einem Vater-Kind-Wochenende ist auch bestens das zu beobachten, was auch in allgemein bekannten und anerkannten Büchern zu lesen ist. Väter fördern das explorative Verhalten der Kinder. Kinder genießen ihre Freiräume. In einzelnen Fällen zeigt sich aber auch eine gewisse Strenge, die vielleicht auch vätertypisch ist.

Lagerfeuer

Klar, ein Lagerfeuer gehört selbstverständlich zu jedem Vater-Kind-Wochenende dazu.

 

Schließlich noch ein paar Details zu den Wochenenden: Das erste Wochenende wurde von der katholischen Familienbildungsstätte Wiesbaden veranstaltet. Traditionell geht es in die Steinesmühle nach Laubach-Münster in Hessen am Fuß des Vogelsberges. Ein interessantes und liebevoll geführtes Haus mit sehr begrenzter Aufnahmekapazität. Die Anlage ist sehr naturnah. Die Feuerstelle liegt direkt an der Wetter, einem Bach, auf dem man auch mit einem Boot herumschippern kann. Die Spielwiese ist super. Lagerfeuer und Grillen ist bestens möglich. Unser Thema „Feuer und Flamme“. Wir haben versucht, Feuer mit einfachen Mitteln anzuschüren. Am Abend dann der Höhepunkt: Feuerspucken für Groß und Klein.

Insektenhotel

Das Insektenhotel steht jetzt auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte in Kirchähr.

 

Das zweite Wochenende veranstaltete der Kolping-Diözesanverband des Bistums Limburg. Es fand im Karlsheim, einer Jugendbildungsstätte der Diözese Limburg, in Kirchähr statt. Ein schönes Haus, gut ausgestattet für Tagungen, im Westerwald. Auch hier gibt es Natur im Überfluss. Etwas ungünstig: Das Haus und die Spielwiese, der Spielplatz, die Feuerstelle und der breite Bach Gelbach sind durch eine Straße voneinander getrennt. Das ist nicht optimal, gerade mit kleinen Kindern. Aber es gibt eine Ampel direkt am Haus, was die Lage entschärft. „Wildnis erleben“ lautete das Motto. Insgesamt hätte es etwas erlebnispädsgogischer sein können. Aber den Teilnehmern hat es gefallen. Unser Großprojekt: Der Bau eines Insektenhotels. Das steht nun vor Ort als Zeuge unseres gemeinsamen Wirkens.

Väter-Kind-Wochenenden bieten die Gelegenheit, die Beziehung vom Papa zu seinem Kind/zu seinen Kindern zu vertiefen. Solche Inseln sind wichtig, um die Bindung zu stärken. Die Motive sind natürlich vielfältig. Unter den teilnehmenden Vätern sind jene, die auch sonst viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Hauptsächlich aber sind es jene, denen im Alltag nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Aber auch hier macht es die Mischung. Und der eine oder andere kann sich vielleicht auch etwas von den anderen Papas abschauen.

Terminupdate: Ein Juni für Väter – und Kinder

Ich habe mal wieder die Terminseite aktualisiert. Das erste Halbjahr neigt sich dem Ende entgegen. Und der der Juni wir erneut ein Monat für Väter – teilweise mit ihren Kindern.

Väter und Kinder beim Basteln

Das Foto ist bei einer Vater-Kind-Aktion in der Kita Sonnenland in Bickenbach entstanden. Es wurden damals Vogelfutterhäuser gebaut.

Am 8. Juni biete ich im Familienzentrum Darmstadt einen Kurs für junge Väter an. Wir wollen uns vier Stunden Zeit nehmen, um über das Vatersein, Väterlichkeit und die Herausforderungen für junge Väter austauschen. Bei Bedarf können wir das Treffen am Samstag, den 15. Juni fortsetzen.

Am Nachmittag des 15. Juni treffen sich Väter mit ihren Kindern ebenfalls im Familienzentrum Darmstadt zu einer Vater-Kind-Aktion, bei der es um Fotogeschichten geht. Wir werden Lochkameras basteln, uns Zeit nehmen, um Fotogeschichten zu erzählen – und ein bisschen fotografieren wollen wir auch.

Ein Vater-Kind-Wochenende zum Thema „Feuer und Flamme“ findet dann vom 21. bis 23. Juni statt. Veranstalter ist die Katholische Familienbildungsstätte Wiesbaden.

Ein weiteres Vater-Kind-Wochenende unter dem Motto „Wildnis erleben“ gibt es vom 28. bis 30 Juni. Hier ist der Kolping-Diözesanverband Limburg der Veranstalter.

Weitere Informationen findet ihr auf der Terminseite oder den Seiten der Veranstalter. Ich freu mich auf euch.

Der Hessische Vätertag kommt

Das Logo des Hessischen Vätertages.

Das Logo des Hessischen Vätertages.

„Was bedeutet Väterlichkeit für Dich/für Sie?“ Mit dieser Leitfrage wird sich der Hessische Vätertag am 28. September beschäftigen, der an verschiendenen Orten in ganz Hessen als Aktionstag begangen wird. Der Hessische Vätertag ist eine Inititiative der hessenstiftung – familie hat zukunft. An der Vorbereitung beteiligt ist unter anderem Hans-Georg Nelles aus Düsseldorf.

An diesem tag soll gemeinsam mit Vätergruppen, Kindertageseinrichtungen, Familienzentren und Elterninitiativen, Bibliotheken und Schulen, Mehrgenerationenhäusern und Altersheimen eine Tradition begründet werden, die jedes Jahr unter einem eigenen Leitmotiv die Bedeutung aktiver und moderner Vaterschaft hervorhebt. In diesem Jahr sind „Vätergeschichten“, in denen Väterlichkeit als Wert für sich zum Ausdruck kommt, das Thema.

Vätergruppen sind eingeladen, sich mit vielfältigen Aktionen an diesem Tag zu beteiligen und das Thema Väterlichkeit in seiner Bedeutung den Menschen in Hessen näher zu bringen. Zu diesem Zweck hat das Organisationsteam Ideen entwickelt, die dann vor Ort umgesetzt werden können. Materialien dazu finden sich auf der Website www.hessischer-vaetertag.de im Downloadbereich. Die teilnehmenden Gruppen können selbstverständlich auch ihre eigenen Aktionen und Ideen einbringen.

„Wir knüpfen mit dem Aktionstag an die Tradition des internationalen Vätertags an, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den sich vollziehenden Wandel hin zu einer neuen Väterlichkeit zu richten“, erläuterte Ulrich Kuther, Geschäftsführer der Hessenstiftung. „Das Motiv des ersten Hessischen Vätertages gefällt mir deshalb, weil wir beim Erzählen von Alltagsgeschichten den Wert der Väterlichkeit anschaulich machen. Außerdem können so alle mitmachen, Kinder, Frauen und Männer, denn einen Papa haben alle.“

Das Leitmotiv “Vätergeschichten” soll über das Erzählen und Aufschreiben von Geschichten über den Vater dazu einladen, die Qualitäten alltagsnahen Vaterseins und die Bedeutung des Vaters für die Biographie jedes Menschen bewusst machen. So kann bereits im Vorfeld zum Aktionstag jeder mitmachen, der „Vätergeschichten“ zu erzählen hat. Auf der Website des Hessischen Vätertages werden die Geschichten gesammelt. Herzlich laden die Initiatoren alle Kinder, Männer und Frauen ein, Geschichten über den Vater beizutragen. In Vorbereitung auf den 1. Hessischen Vätertag werden auch schon auf dem Hessischen Familientag am 8. Juni 2013 in Weilburg, beim Hessentag in Kassel (14. bis 23. Juni 2013) und beim Familienfest der Familienkarte Hessen Zitate und Aussagen der Besucher eingesammelt, in der sie sich zum Thema Väterlichkeit äußern. Diese “Vätergeschichten” sollen die zentrale Rolle am eigentlichen Aktionstag spielen.

Der Wert der Väter

Gestern Abend im Haus am Dom in Frankfurt. Eine interessant und kompetent besetzte Podiumsdiskussion. Im Fokus: Die Väter. Das Thema konkret: Der Wert der Väter. Drei Männer, zwei Frauen. Die Veranstaltung ist gut besucht. Nach den Eingangsstatements wird schnell deutlich: Der Titel lässt zu viel Raum für Interpretation.

Foto Der Wert der Väter

Podiumsdiskussion „Der Wert der Väter“ im Frankfurter Haus am Dom.

Wenn es um den Wert von Vätern geht, geht es mir in erster Linie um den Wert der Väter in der Beziehung zum Kind. Was macht Väterlichkeit aus? Wo in unserer Gesellschaft fehlt Väterlichkeit und – damit einhergehend – ihr Anteil an einer besseren Gesellschaft. Es geht mir in keiner Weise um Egalität der Geschlechter. Die oft gestellte Frage, welches Geschlecht die bessere Mutter ist, ist nicht zielführend.

Pointiert vertritt diese Ansicht Dr. Matthias Stiehler, der gerade das Buch Väterlos veröffentlicht hat. Zentral ist in seinem Buch die Definition des Begriffs Väterlichkeit. Stiehler war gestern Abend der einzige auf dem Podium, der die Mikroperspektive und den Einzelfall qua Profession auf dem Schirm hatte, als Theologe und Psychologe, der in der Beratung in Dresden beim Institut fü Männergesundheit tätig ist. Die übrigen Teilnehmer der Diskussion, Dr. Martin Bujard (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden), Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Universität Gießen, Haushalts- und Familienwissenschaft), Prof. Dr. Ludwig Salgo (Universität Frankfurt, Familienrechtler), haben ein Makroperspektive, ebenfalls qua Profession, in die Diskussion eingebracht.

Das hat einige der männlichen Besucher aus der Garde der entsorgten und entrechteten Väter aufgebracht, die mit ihrem persönlichen Fall zu dieser Veranstaltung gekommen sind. Sie haben ihren Unmut geäußert und natürlich vor allem in Uta Meier-Gräwe und in Ludwig Salgo ihre Feinde für den Abend gefunden und diese in nicht sehr wertschätzender Art angegangen. Obwohl diese Männer den Titel der Veranstaltung so gelesen haben, dass es hier um die Wertschätzung der Väter in unserer Gesellschaft gehen würde. Keine Frage, auch hier gibt es ein Defizit. Aus meiner Sicht haben Damm diese Fälle den Abend zu sehr geprägt. Viel lieber hätte ich noch ein paar mehr Ausführungen von Stiehler gehört. Er legt nämlich den Finger auf einige wunde Stellen. Für ihn sind die neuen Väter zu angepasst. Sie eifern den Müttern nach und interpretieren Väterlichkeit damit in eine Richtung, die er für falsch hält. Er fordert massiv ein Umlenken.

Sehr wichtig und richtig war der Hinweis des Juristen Ludwig Salgo, der eine intensive Eheschulen- und Familienbildungsarbeit für richtig hält, um beispielsweise die Zahl der Scheidungen zu reduzieren und es Kindern insgesamt zu ermöglichen, in einem kindgerechten Umfeld aufzuwachsen. Meier-Gräwe hat gefordert, dass sich Schulen, bereits ab der ersten Klasse, mit „Lebenskompetenzenwicklungs-Unterricht“ befassen. Das hielte sie im Zusammenhang mit der Etablierung der Ganztagsschule für eine sinnvolle Ergänzung des Curriculums.

Es gibt viele Baustellen und wir könne noch mehr aufmachen. Gut ist trotz allem, dass es solche Veranstaltungen gibt. Und doch liegt es an jedem selbst, für seine Ideale einzutreten und für eine bessere Welt zu kämpfen. Ich bin fest überzeugt, dass das Thema Väterlichkeit hier einen wichtigen Beitrag leisten kann. Wir müssen das Thema vorantreiben. Mitstreiter werden gesucht.

Das Plakat zur Diskussion.

Das Plakat zur Diskussion.

Info: Veranstalter dieser Podiumsdiskussion war der Frankfurter Domkreis Kirche und Wissenschaft in Kooperation mit den kath. Familienbildungsstätten Familienbildung Frankfurt/Nordweststadt, Zentrum Familie, Internationales Familienzentrum.

Aus der Veranstaltungbeschreibung: Sie riskieren Kinder und Jahre langer Bindung. Trotz Papa-Monaten sind sie immer noch hin und her gerissen zwischen Beruf, Karriere, Prekarität und Sorgearbeit. Über die Frage, wie die Werte und Erfordernisse im Beruf das Verhalten als Eltern prägen, welchem Druck Eltern heute ausgesetzt sind, und von welchen Vätern und Männern man eigentlich heute reden muss, diskutieren und streiten beim Aktuellen Forum Martin Bujard (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden), Uta Meier-Gräwe (Universität Gießen, Haushalts- und Familienwissenschaft), Ludwig Salgo (Universität Frankfurt, Familienrechtler und „Anwalt des Kindes“), Matthias Stiehler (Dresdner Institut für Männergesundheit, Autor der aktuellen Streitschrift „Väterlos“). Es moderiert Sylvia Kuck vom Hessischen Rundfunk.

Und hier noch einige Zitate von gestern Abend (Wortlaut bzw. inhaltsgetreue Nacherzählung):

Matthias Stiehler:

„Väter dürfen nicht zu Ersatzmüttern werden, leider ist das die Erwartung der Gesellschaft.“

„Keine Lust auf Kinder nicht nur eine Frage des Materiellen. Es ist eine Frage der Haltung. Was sind wir für eine Wohlstandsgesellschaft, wenn wir glauben, dass wir uns keine Kinder mehr leisten können und wollen?“

„Gleichmacherei auf allen Ebenen ist keine Vision.“

Uta Meier-Gräwe:

„Wenn Frauen in die Arbeitswelt integriert werden sollen, dann müssen wir uns fragen, wer die wichtige Beziehungsarbeit mit den Kindern übernimmt.“

„Wir brauchen mehr als einen Väterdiskurs.“

„Arbeitgeber sollten das gar nicht mehr kalkulieren können, dass Väter nur zwei Monate und Frauen weit länger ausfallen.“

„Wir können eine Diskussion um Werte nicht von der Realität entkoppeln.“

„Befristete Arbeitsverhältnisse sind das beste Verhütungsmittel.“

Martin Bujard:

„Elterngeld und „Partner“monate sind ein große Erfolg.“

„Die Kultur in den Betrieben können wir leider nicht per Gesetz regeln.“

„Man darf Werte und Rahmenbedingungen nicht gegeneinander ausspielen.“

„Männer wissen zu wenig über den Wert von Vaterschaft.“

Ludwig Salgo:

„Es gab in den vergangenen Jahren viel Väterforschung. Wir haben jetzt Befunde und ein Bild, aber es mangelt noch an Rezepten.“

Kollektiver Vogelfutterhausbau

Väter bauen mit ihren Kindern Vogelfutterhäuser.

Väter bauen mit ihren Kindern Vogelfutterhäuser.

Das Wetter war für einen Tag Ende November grandios. So konnten insgesamt elf Väter mit ihren Kindern heute beruhigt auf dem Hof der Kita Sonnenland in Bickenbach Sägen, Bohren und Schrauben. Es ist eben doch viel schöner, wenn man draußen aktiv sein kann und nicht in die vier Wände gezwängt wird.

Die Vater-Kind-Aktion war rundum gelungen. Die Atmosphäre war sehr entspannt. Ein erstes Kennenlernen ist über das Arbeiten an einer Sache doch viel einfacher als in irgendeinem anderen Rahmen. Man hat richtig gemerkt, dass es den Vätern Spaß macht, sich ein bisschen handwerklich zu betätigen. Die Kinder haben mitgemacht oder die Gelegenheit zum Spielen und Toben genutzt.

Außerdem gab es Gelegenheit, für das Thema Väter in der Kita zu werben. Viele Teilnehmer haben gesagt, dass sie bei ähnlichen Aktionen gern wieder dabei sind. Und auch zum Väter-Stammtisch wird vielleicht der eine oder andere kommen.