Archiv für Kinder und Familie

Kess erziehen – Ich bin dabei

Kess erziehen Logo

An diesem Logo sind „Kess erziehen“-Kurse zu erkennen.

Am Wochenende ist die Ausbildung zum Kursleiter „Kess erziehen – Weniger Stress, mehr Freude“ bei Maria Holtmann, Klaus Luksch und Dieter Güntner in Ludwigsburg zu Ende gegangen. Alle Teilnehmer haben den Anforderungen entsprochen und unter Beweis gestellt, dass sie als „Kess erziehen“-Kursleiter eine gute Figur abgeben. Sie haben gezeigt, dass sie die Kess-Haltung leben und damit auch Eltern vermitteln können. Ich selbst bin auch zu einem großen Fan von allen geworden.

Die Begegnung mit Menschen ist ja sowieso das Größte. Und auch diese Ausbildungsgruppe hat mal wieder bewiesen, dass da draußen ganz viele besondere Menschen mit großartigen Eigenschaften und Ressourcen unterwegs sind. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich an diesen drei Ausbildungswochenenden mit ihnen teilen durfte.

Jetzt sind also die nächsten 16 Kursleiter für den Basiskurs „Kess erziehen“ auf dem Markt. Und sie sind bereit, in die Kursarbeit einzusteigen. Das gilt natürlich auch für mich. Ich hoffe auf reges Interesse. Mit Basisinfos kann sich jeder im Internet versorgen. Vielleicht bekommt der eine oder die andere Lust, einen solchen Elternkurs zu besuchen. Auch dazu gibt es reichlich Informationen im Netz. Ansonsten stehe auch ich selbstverständlich für Fragen rund um die Kurse zur Verfügung.

Ein nächster Schritt: Kess erziehen

Glegentlich hatte ich es schon angedeutet, dass ich mich im Bereich Familienbildung noch etwas weiterentwicklen möchte. Neben der Väterarbeit will ich künftig auch die Arbeit mit Familien in den Fokus rücken – und mich hier mit einer entsprechenden Weiterbildung qualifizieren.

Kess erziehen Logo

An diesem Logo sind „Kess erziehen“-Kurse zu erkennen.

Diese Weiterbildung startet morgen in Ludwigsburg. Darauf freue ich mich schon sehr. Nach insgesamt drei Ausbildungswochenenden werde ich Kurse „Kess erziehen(R). Weniger Stress – mehr Freude“ anbieten können. Zur Zielgruppe eines solchen Kursangebotes gehören Eltern von Kindern im Alter von 3 bis 10, ursprünglich 2 bis 12, Jahren. Das Konzept, entwickelt von der AKF – Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung in Zusammenarbeit mit dem Familienreferat im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Die Buchstaben K-E-S-S stehen hierbei für:

  • Kooperativ: Vater, Mutter und Kinder lösen Konflikte gemeinsam und sorgen auf diese Weise für ein lebenswertes und wertschätzendes Miteinander.
  • Ermutigend: Die Stärken der Kinder und die Stärken der Eltern bilden die Basis für das Zusammenleben. Die Selbstständigkeit der Kinder wird gefördert, sie übernehmen Verantwortung für ihr Handeln.
  • Sozial: Die Bedürfnisse von Kindern und Eltern werden gleichermaßen geachtet. Es geht um Halt, Zuwendung, Geborgenheit und mehr.
  • Situationsorientiert: Jede Situation ist durch ganz spezielle Umstände geprägt. Die Bedürfnisse jedes Einzelnen, Groß wie Klein, können sehr unterschiedlich sein. All das wird in das Handeln einbezogen.

Während des Katholikentages in Mannheim im vergangenen Jahr habe ich einen Workshop bei zwei Kursleiterinnen belegt. Das Konzept hat mir auf Anhieb gefallen. Wertschätzung und Gelasssenheit sind zwei der wesentlichen Elemente der Kess-Haltung. Und das sind ganz intensiv auch meine Themen. Es werden in den Kursen keine Erziehungsrezepte vermittelt. Vielmehr geht es darum, die Kompetenzen der Eltern freizulegen, um ihnen zu ermöglichen, eine wertschätzende und lebensbejahende Haltung einzunehmen. Genau das finde ich ganz großartig.

Selbstverständlich werde ich an dieser Stelle über die Ausbildung berichten. Und natürlich geht es bei solchen Kursen immer auch um einen selbst. In diesem Sinne freue ich mich ganz besonders darauf, mein eigenes Tun zu reflektieren – und später dann ganz viel von meinem Erarbeiteten dann auch wieder an andere Eltern weiter zu geben.

Heidi Andersen/Anna-Maria Stawreberg: Achtsamkeit für Eltern

„Mehr Gelassenheit im Alltag mit Kindern“ lautet der Untertitel des Buchs „Achtsamkeit für Eltern“ von Heidi Andersen und Anna-Maria Stawreberg. Jeden Tag gibt es in der Regel mehrere Situationen, in denen wir Eltern uns wünschen, mehr Gelassenheit im Umgang mit unseren Kindern an den Tag zu legen.

Achtsamkeit für Eltern von Heidi Andersen und Anna-Maria Stawreberg.

Achtsamkeit für Eltern von Heidi Andersen und Anna-Maria Stawreberg.

Oftmals ist es nicht mit einem Reflektieren seines Tuns getan. Wir müssen aktiv werden, um unser Ziel zu erreichen. Es braucht Übung und Training, um ungute Gepflogenheiten zu stoppen und sich irgendwie zu ändern.

Dieser aktuelle Titel aus dem Kreuz-Verlag hilft wirklich auf eine ganz entspannte und empathische Art, sich seine eigenen Verhaltensweisen vor Augen zu halten. Zahlreiche Fallbeispiele helfen Analogien zur eigenen Lebenswelt aufzudecken. Es handelt sich also um eine gelassene Lektüre im besten Sinne.

Leser, die sich schon intensiv mit dem Achtsamkeits-Konzept beschäftigt haben oder gar damit arbeiten, werden wahrschielich nicht sehr viel Neues in diesem Werk der zwei Schwedinnen entdecken. Es gibt auch eine große Schnittmenge zur Arbeit von Jesper Juul. Co-Autorin Anna-Maria Stawreberg hat auch schon gemeinsam mit dem dänischen Familientheraputen publiziert. Auch Juul-Fans wird einiges bekannt vorkommen.

Für alle anderen bieten sich aber zahlreiche Anregungen, sich mit dem Konzept der Achtsamkeit in einem konkreten Anwendungsfall auseinanderzusetzen. Es geht im Prinzip darum, Abstand zu einer Situation zu gewinnen und diese mit einem Perspektivwechsel aus einem anderen als dem gewohnten Blickwinkel zu beurteilen. Allein das führt dazu verkrustete Gewohnheiten und Verhaltensweisen gegenüber seinem Kind aufzubrechen und sich davon zu befreien. Der Schlüssel dafür ist, den Augenblick zu leben und zu erleben – und sich so in der Situation von dem zu lösen, was früher war, und sich nicht von seinen Gedanken und dem was kommt abhängig zu machen.

Es gibt einen ganzen Satz an Verhaltensregeln, um sich einem achtsamen Leben zu nähern. Alle wesentlichen davon kommen in dem Werk vor und alle wirken in ihrer Darstellung so zwingend, dass man sich sofort daran macht, diese zu trainieren und damit ganz gemächlich sein Leben ändert – mit all den positiven Effekten in seiner Wirkung auf die Umwelt und hier ganz konkret auf seine Kinder.

Wer achtsam ist, erlebt das Leben im Moment, und zwar auf ganzheitliche Art. Der achtsame Mensch wertet und urteilt nicht vorschnell, er atmet durch und lässt den ersten Reflex bei sich. Achtsamkeit bedeutet, zu verstehen, dass Gedanken nur Gedanken aber noch lange nicht die Wirklichkeit sind.

Ziel des Buches ist es, natürlich das Kind in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu rücken. Insofern geht es hier nicht nur um irgendeine Arbeit an der eigenen Persönlichkeit. Immer ist die „Zielperson“ im Fokus, immer wieder kommen die Autorinnen darauf zurück. Intensiv gehen Andersen und Stawreberg auf die drei Grundpfeiler achtsamen Elternseins ein: Integrität, Empathie und Akzeptanz. Die Begriffe werden klar und anschaulich erläutert. Theorie und Praxis finden in diesem Werk gut zueinander.

„Achtsamkeit für Eltern“ ist wirklich ein wertvolles Buch, das gut für Einsteiger in das Konzept der Achtsamkeit geeignet ist. Wer es schafft, die Übungen in seiner Familiensituation anzuwenden und eine positve Veränderung merkt, wird sicher Lust bekommen, Achtsamkeit auch in anderen Lebenssituationen anzuwenden.

Heidi Andersen und Anna-Maria Stawreberg, Achtsamkeit für Eltern – Mehr Gelassenheit im Alltag mit Kinder, Kreuz, 2012, 16,99 Euro.

Arbeit an der Heimatbasis

Zum ersten Mal habe ich nun im eigenen Nest meine Idee von Väterarbeit einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der Familien-Info-Börse der Kita Sonnenland in Bickenbach an der Bergstraße (5600 Einwohner) habe ich einen Stand zu Väterarbeit bespielt. Deutlich mehr als 20 Aussteller haben hier ihre Angebote rund ums Kind und die Familie vorgestellt. Ich bin positiv überrascht, wie viele Leute gestern Nachmittag den Weg in die Kita gefunden haben.

Neben dem Knüpfen wertvoller Kontakte zum Beispiel zum Geburtshaus Osan in Seeheim-Jugenheim und der Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Darmstadt-Dieburg habe ich auch sehr interessante Gespräche geführt. Vor allem Frauen jenseits der 40 finden die Idee gut, Väterarbeit auf allen Ebenen zu forcieren. Das ist leider nicht ganz die richtige Zielgruppe. Junge Männer mit ihren Partnerinnen wurden von ihrer Begleitung auf den Stand hingewiesen. Mit Händen in den Hosentaschen und mürrischen Blicken sowie unverständlichem Gemurmel haben die Männer der Zielgruppe dann auf den Hinweis reagiert. Die mir aus Kindergarten und Schule bekannten Mütter haben sich auch interessiert, haben die Notwendigkeit von Angeboten für Väter zum Teil nicht wirklich erkannt: „Braucht man das wirklich?“

Ja, man braucht es. Das ist eine Erkenntnis des Tages. Keine wirklich neue. Zwischen den Zeilen hört man selbst in den Gesprächen, in denen das Ganze infrage gestellt wird, dass es Bedarf gibt. Die Gruppe der Väterbegleiter weiß selbst, dass sehr dicke Bretter gebohrt werden müssen. Wir wissen aber auch, dass es sich lohnt.

Ich nehme in jedem Fall die Arbeit an der heimatlichen Basis auf. Im Rahmen des Programms Kitas als Familienzentren werde ich mit der Leitung der Einrichtung und dem einzigen Erzieher in dem Haus (acht Kindergartengruppen, eine Krippengruppe und zwei Hortgruppen) ein Angebot für Väter und/oder Väter mit Kindern entwickeln. Darauf freue ich mich schon. Und ich werde berichten.

Kinderlosigkeit sanktionieren ist Blödsinn

Da steht ein Thema im Raum, das nach einem Beitrag schreit. Eigentlich will ich hier gar nicht so viel über Familienpolitik schreiben. Aber der neuerliche Vorstoß (insgesamt ist es ja auch kein neuer Vorschlag) von einigen jungen Wilden in der Union hat so viel Wirbel verursacht, dass es auch mich erwischt hat.

Grob gesprochen wollen die jungen Politiker Kinderlosigkeit bestrafen. Damit mehr Kinder geboren werden. Damit die Kinderlosen am Ende nicht nur von den Kindern anderer profitieren, wenn diese nach dem Generationenvertrag dann auch deren Renten finanzieren müssen. In Kommentaren der Medien und den darauf folgenden Kommentaren der Leser werden manchmal auf äußerst bedenklichem Niveau die Argumente Für und Wider ausgetauscht. Tausendfach.

Befremdlich sind vor allem jene Kommentare, in denen Eltern vorgeworfen wird, sie hätten Kinder in die Welt gesetzt und würden sich damit völlig selbstverschuldet einem Luxus hingeben, den die Kinderlosen nicht finanzieren wollen. Der Vorwurf: Keiner denkt bei der Zeugung an die Gesellschaft. Ehrlich gesagt fehlen einem hier die Worte. (Hier als Beispiel ein Kommentar auf Handelsblatt.com.)

Welches Gemeinwesen funktioniert denn ohne Nachwuchs? Wer sichert den Wohlstand, wenn nicht die Berufstätigen, Ingenieure, Konsumenten und Einzahler in die Sozialkassen von morgen? Ein Wahnsinn, was da gerade läuft.

Kinderlosigkeit sanktionieren zu wollen, ist dennoch der falsche Weg. Eine Gesellschaft, der der Nachwuchs wichtig ist, soll erstmal alles dafür tun, dass sie eine Gesellschaft wird, die Kindern gegenüber positiv eingestellt ist. Das hat viel mit Geld zu tun, aber nicht nur. Es mangelt in diesem Land an einer positiven Stimmung gegenüber Kindern. Das ist das große Problem. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als gesellschaftliches Ziel, unterstützt von Unternehmen und der Politik, ist weitestgehend ein Mythos. Dabei steckt Hier ein kräftiger Hebel auf dem Weg zu einer kinderfreundlichen Gesellschaft. Hausaufgaben machen ist angesagt, nicht das Schüren von innergesellschaftlichen Konflikten durch mit negativer Energie gespickten populistischen Vorschlägen.

PS: Ein schönes Beispiel aus meinem Mikrokosmos. Der Bürgermeister unserer Kommune hat kürzlich angekündigt die Kindergartenpreise zu erhöhen. An dieser Schraube hätte man schon zu lange nicht gedreht.

Diagnose ADHS – Was steckt dahinter?

Heute habe ich mal eine Offline-Leseempfehlung – leider war zum Zeitpunkt dieses Posts der Text noch nicht online zu finden. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat heute ganz prominent auf den Seite 1 bis 3 eine große Geschichte zum Thema ADHS und Ritalin publiziert. Es ist eine sehr interessante, für den Laien aber auch schockierende Geschichte.

250.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sowie deren Familien müssen und/oder wollen mit der Diagnose ADHS leben. Jeder zehnte Junge ist von der Diagnose betroffen, was nicht heißt, dass er auch von der vermeintlichen Erkrankung selben Namens betroffen ist. Jungen bekommen die Diagnose, so die Autoren Christiane Hoffmann und Antje Schmelcher, viermal so oft wie Mädchen. Laut Beitrag landen jährlich 1,8 Tonnen des Wirkstoffs Methylphenidad in den Körpern der Kinder in Deutschland. In hohen Dosen wirkt der Stoff wie Kokain. Nebenwirkungen: Essstörungen, Schlafstörungen, Bluthochdruck und vermindertes Wachstum. An einer Stelle des Beitrags heißt es, dass neun von zehn Diagnosen falsch sind. Wenn es die Krankheit eigentlich gar nicht gibt, selbst deren Entdecker, Leon Eisenberg, hat kurz vor seinem Tod ADHS die Existenz abgesprochen, dann sind es wohl eher zehn von zehn.

Deutlich wird in dem Beitrag, wenn Eltern „schwierige“ Kinder haben, gehen sie offensichtlich teilweise zum Arzt und erwarten, dass er die Diagnose stellt. Geraten sie an den Falschen, suchen sie so lange, bis sie einen Mediziner finden, der die Diagnose stellt. Ähnliches habe ich schon einmal in einem Fernsehbeitrag gesehen. Die fatale Erkenntnis der Eltern und am Ende gar der Gesellschaft: Wenn man Kindern nur die richtige Droge verabreicht, dann funktionieren sie auch. Leider geht es aber gar nicht ums Funktionieren, selbst wenn manche Mutter oder mancher Vater Erziehung so versteht. Die Kinder sollen sich doch vielmehr so entwickeln können, wie es ihrem Naturell entspricht. Unsere Aufgabe ist es nicht, sie zu formen und ihnen unsere Ziele aufzudrücken. Unzureichende Bindung und Überforderung führen unter anderem zu den tatsächlich vorhandenen psychischen Problemen oder Verhaltensauffälligkeit (dabei darf man nicht vergessen, dass nicht jede Abweichung vom Normalen auch gleich unnormal ist). Unter anderem hier muss angesetzt werden.

Aufklärung tut Not, damit künftig nicht noch mehr Kinder und Jugendliche von Ritalin abhängig werden – auch diesen negativen Nebeneffekt hat das Präparat nämlich. Ganz früh muss damit angesetzt werden. Danke, FAS für diesen sehr guten, unterstützenden Beitrag. Also nochmal: Absolute Leseempfehlung.

Und wer schon dabei ist, sich in die FAS einzulesen, sollte auch noch den Beitrag auf Seite 6 lesen, in dem es um den Fall Chantal in Hamburg geht (online findet Ihr den Beitrag hier). Das Mädchen, das in einer Pflegefamilie untergebracht war, ist im Alter von 11 Jahren an einer Überdosis Methadon gestorben. Eine Geschichte über das Versagen von Politik und Verwaltung. Erschütternd.

PS: Als Journalist möchte ich aber noch hinzufügen, dass das Negativbeispiel in der ADHS-Geschichte einen deutlichen größeren Raum eingeräumt bekommen hat, als der positive Fall. Das verstärkt die negative Erregung in dem einen Fall. Im anderen Fall bleiben einige Fragen offen. Vor allem bei den Werten, die die Erziehung der jeweiligen Eltern ausmachen, ist im zweiten Fall an Inhalten gespart worden.

Kinder wollen mehr Zeit mit ihren Vätern verbringen

Nicht nur gemeinsam wandern wollen Kinder mit ihren Vätern.

Nicht nur gemeinsam wandern wollen Kinder mit ihren Vätern.

Intuitiv möchten viele Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Doch ist es immer noch unglaublich schwer, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Tatsächlich ist es aber auch so, dass Kinder einen starken Wunsch haben, mehr Zeit mit ihren Vätern verbringen zu können. Das ist einmal mehr eine Erkenntnis aus einer Studie, für die deutschlandweit 10.000 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren befragt wurden. Gerade wurde der Länderbericht Hessen zum LBS-Kinderbarometer der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner, Schirmherr des LBS-Kinderbarometers Hessen, sagte bei der Vorstellung der Ergebnisse: „Die familiengerechte Abstimmung verschiedener Zeitstrukturen ist die große Herausforderung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter und ihre Kinder.“

Auszug aus der Pressemitteilung der hessenstiftung – familie hat zukunft:

Aktivitäten mit dem Vater sind gefragt

Gerade die Familie spielt für Kinder eine wichtige Rolle. Sie bietet neben anderem im Idealfall Rückhalt und Geborgenheit. Laut der Studie fühlen sich 73 Prozent in ihrer Familie „gut“ bis „sehr gut“, allerdings fühlen sich auch immerhin 9 Prozent unwohl. Betrachtet man die Wünsche der Kinder an die Eltern, so zeigt sich ein verstärktes Bedürfnis nach mehr Zeit für gemeinsame Aktivitäten mit dem Vater. Zwar sind etwas mehr als die Hälfte der hessischen Kinder zufrieden mit dem Anteil der Zeit, die ihr Vater mit ihnen spielt, dennoch wünschen sich immerhin 39 Prozent dafür mehr Zeit. Ein Drittel der Kinder fände es gut, wenn er weniger arbeiten und somit noch mehr für sie da wäre. 64 Prozent sind zufrieden mit der väterlichen Unterstützung bei den Hausaufgaben, 12 Prozent wünschen sich dabei mehr Betreuung, bei genauso vielen dürfte es auch gerne weniger sein. „Die Studienergebnisse zeigen, dass Väter und Mütter gleichermaßen an der Kindererziehung beteiligt sein sollten. Entgegen der doch in vielen Familien noch eher traditionellen Rollenverteilung brauchen Kinder genauso die Aufmerksamkeit des Vaters“, erklärt Dr. Ulrich Kuther, Geschäftsführer der hessenstiftung – familie hat zukunft.

Aktivitäten wie Wandern, Basteln, Kochen oder Computerspielen mit dem Vater kommen aus Sicht der Kinder in den meisten Fällen nicht zu kurz. Trotzdem wünscht sich gut ein Drittel mehr Sport mit ihrem Vater zu treiben, und 19 Prozent möchten öfter gemeinsam Computerspielen. „Genauso viele Kinder wünschen sich aber auch, dass der Vater weniger Zeit für gemeinsames Computerspielen aufbringt“, so Kuther weiter. „Das zeigt, dass Kinder durchaus offen für andere Aktivitäten sind, wenn man ihnen Alternativen aufzeigt.“

Das Miteinander der Generationen

In den vergangenen Wochen hat mich immer wieder eine Idee beschäftigt: Es wäre doch super, wenn man ein Angebot für Väter und Kinder in einem Seniorenheim starten könnte. Dieser Gedanke umtreibt mich, seitdem die Bauarbeiten für zwei Seniorenzentren in Bickenbach an der Bergstraße begonnen haben. Jetzt hat das erste der zwei eröffnet. Es wird von der Procon Seniorenzentren gGmbH betrieben. Ein paar spärliche Informationen befinden sich auf der Procon-Website. In einem Artikel des Darmstädter Echos stehen ein paar konkretere Dinge, die mich haben aufhorchen lassen. Dort ist die Rede davon, dass es auch Räume gibt, die Gruppen und Vereinen aus Bickenbach zur Verfügung stehen.

Ich habe heute die Gelegenheit für Qualitätszeit mit Nora genutzt. Die Jungs hatten Freunde zu Besuch. Da bin ich mit Nora ein wenig spazieren gegangen und habe bei dem Seniorenzentrum reingeschaut. Das öffentliche Cafe ist sehr nett gestaltet – und es gibt zumindest einen Seminarraum. Ich habe direkt Kontakt mit der Verwaltung aufgebaut. Meine Idee: Ein offener Vater-Kind-Treff. Es wäre doch wunderbar, wenn man damit mehrere Generationen zusammen in ein Haus bekommen könnte. Das Interesse war auf Anhieb groß. Der erste positive Kontakt hat mich bestärkt, ein Konzept zu entwickeln und Mitstreiter zu suchen, die an so etwas ihren Spaß hätten. Ich werde über den Fortgang an dieser Stelle berichten. Wenn den Beitrag ein interessierter Vater liest, dann möge er sich bitte bei mir melden. Dann können wir so etwas auch gemeinsam entwickeln.

Und wieder Jesper Juul

Jesper Juul Eltern-Coaching

Jesper Juul Eltern-Coaching

Im Frühjahr ist bei Beltz ein Buch von Jesper Juul erschienen (ja, er schon wieder), das ich leider noch nicht gelesen habe. Allerdings hat es der Autor Reinhard Kahl von der ZEIT bereits gelesen und rezensiert. Der Artikel zu dem Buch Elterncoaching – Gelassen erziehen ist in der Ausgabe von heute erschienen und noch nicht online erschienen. Der Artikel ist aus meiner Sicht wenig erhellend und deutlich zu verkopft – was sicher nicht an Jesper Juuls Buch liegt. Zwei Stichworte sind mir im Zusammenhang mit Erziehung aber besonders wichtig und spielen in den Ansätzen von Juul eine immense Rolle – und insofern werde ich mir das Buch sicher auch bei Gelegenheit zu Gemüte führen. Es sind die Begriffe Gelassenheit und Authentizität. Zu einem späteren Zeitpunkt vertiefe ich das auch noch.