Archiv für clip

Und wieder ein Halbjahr für Väter

Strand - SandDas Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Und damit ein Jahr mit vielen Angeboten für Väter und Väter mit ihren Kindern. Ich war ganz gut beschäftigt – doch es darf auch noch etwas mehr sein.

Ein Blick in das kommende Jahr verrät: Es wird mehr werden. Ich habe die ersten Termine bereits auf meiner Terminseite eingetragen. In den kommenden Tagen werde ich sie noch um Kess erziehen-Elternkurse ergänzen. Es wird auch wieder ein Vater-Kind-Wochenende geben, bei dem ich als Teamer dabei bin.

Es würde mich sehr freuen, wenn jemand meiner Leser auch einmal in einen der Kurse kommen würde. Also, traut Euch! Und selbstverständlich bieten die Einrichtungen, in denen ich mit meinen Angeboten vertreten bin, auch eine Menge anderer toller Dinge an. Schaut Euch doch einfach auch die Programme vom Familienzentrum Darmstadt und dem Frauen- und Familienzentrum Bensheim einmal genauer an. Es ist sicher etwas Interessantes für jeden dabei.

Das Väter-Magazin (7)

Spannende Themen haben wieder den Weg ins Väter-Magazin gefunden. Nicht ganz uneingennützug habe ich als Aufmacher einen Hinweis auf den Hessischen Vätertag am 15. Juni 2014 reingepackt. Es würde mich freuen, wenn möglichst viele Väter in Hessen diesen Termin vormerken und vor allem bei den Aktionen mitmachen würden. Neben lokalen Veranstaltung rund ums Thema Vatersein kommen in dieser Ausgabe auch wieder viele interessante übergreifende Projekte vor. Ich hoffe, es sind wieder spannende und horizonterweiternde Themen für Euch dabei.

Buchbesprechung: „Wie neu sind die ’neuen Väter‘?“

Johanna Possinger: "Wie neu sind die 'neuen Väter'?"

Johanna Possinger: „Wie neu sind die ’neuen Väter‘?“

Ich gebe es zu. Ich bin skeptisch, wenn Frauen erforschen, wie Männer und Väter so sind, wie sie sich verhalten, was sie denken. Mit dieser Einstellung bin ich auch an die Lektüre des Bändchens „Wie neu sind die ’neuen Väter‘?“ Von Johanna Possinger herangegangen. Soviel gleich vorweg: Meine Sorgen haben sich in diesem Fall als unbegründet herausgestellt.

Possinger, Leiterin der Fachgruppe „Familienpolitik und Familienförderung“ des Deutschen Jugendinstituts in München, gibt einen schnellen Überblick über das Thema Vatersein heute. Sie nimmt in diesem Zusammenhang den Begriff der „Neuen Väter“ kritisch unter die Lupe. Selbstverständlich hat sie recht, wenn sie den Begriff als Kategorie ungeeignet findet. Völlig richtig fragt sie, wo der „Neue Vater“ anfängt. Bei den zwei Vätermonaten? Bei der regelmäßigen Freizeitgestaltung mit den Kindern am Wochenende? Oder doch erst bei einer egalitären Partnerschaft, in der Mann und Frau die Familien- und Hausarbeit aber auch die Erwerbsarbeit zu gleichen Teilen bestreiten. In diesem Kontext ist auch der Titel des Buches zu verstehen.

Bei der Analyse der Situation und dem Forschungsansatz der dem Buch zugrunde liegenden qualitativen Studie geht sie idealtypisch vom egalitären Ansatz aus. Sie stellt die wesentlichen Punkte dar, die einer neuen, modernen, partizipierenden Vaterschaft im Wege stehen. Einer der Punkte: Die Gatekeeper-Funktion der Frau in Fürsorge und Erziehung. Und schließlich gibt sie auch noch fünf Handlungsempfehlungen, für eine väterbewusste Familienpolitik.

Wer sich schnell mit dem Thema Vatersein heute und morgen auseinandersetzen möchte, ist mit dem kleinen Band gut bedient. Er eignet sich auch ganz gut zum Einstieg in die Thematik. Übrigens ist kürzlich auch die „Langfassung“ der Ausführungen bei Springer unter dem Titel „Vaterschaft im Spannungsfeld von Erwerbs- und Familienleben“ erschienen.

Das Väter-Magazin (6)

Seit dem letzten Väter-Magazin ist nur eine Woche vergangen – und erneut gibt es eine Menge Fundstellen im Netz rund um Väterthemen. Kein Wunder, lag doch auch der Internationale Männertag in der vergangenen Woche. Ansonsten geht es auch wieder um Männer in Kitas, Vater-Kind-Aktivitäten und die Beziehung der Väter zu ihren Kindern und vor allem ihren Söhnen. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen. Vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung dabei. Und es bleibt dabei: Über Feedback freue ich mich – und über ein Weiterverbreiten dieses Posts sowieso.

Das Väter-Magazin (5)

Auch in den vergangenen zwei Wochen sind wieder sehr viele Beiträge rund um uns Väter im Netz zu finden gewesen. Herausgehoben habe ich dieses Mal einen Beitrag, den ein Vater und Journalist im Magazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht hat. Im Netz gab es dazu viele Kommentare. Dazu hätte man fast ein eigenes kuratiertes Magazin veröffentlichen können. Wer Zeit und Lust hat, kann sich selbst ein Bild machen und einmal um diesen Artikel herumrecherchieren – und dabei einiges über den immer noch tobenden Geschlechterkampf lernen. Außerdem startet jetzt ein sehr interessantes Weiterbildungsprogramm in Nordhessen. Dort können sich Väter für die Leitung von Vater-Kind-Aktionen (-Wochenenden) qualifizieren. Ansonsten wünsche ich den Lesern eine inspirative und unterhaltsame Lektüre. Ich freue mich auf Feedback.

Buchbesprechung: „Eltern, setzt euch durch!“

Werner Haas: "Eltern, setzt euch durch!"

Werner Haas: „Eltern, setzt euch durch!“

Wenn ich als Kess erziehen-Kursleiter einen Erziehungsratgeber lese, dann lese ich ihn selbstverständlich auch unter Kess-Gesichtspunkten. Genauso ist es auch bei der Lektüre des Erziehungsratgebers „Eltern, setzt euch durch! – Keine unnötigen Machtkämpfe mehr“ von Werner Haas aus dem Kreuz Verlag gewesen.

Der Titel versucht aufzufallen, laut zu sein. Orange-rotes Cover, auf dem Foto ein Megafon. Erziehungsratgeber müssen auffallen um aufzufallen. Zu groß ist das Angebot an entsprechenden Hilfsangeboten für besorgte und/oder verzweifelte Eltern. Auch der Titel ist reißerisch – so recht zum Foto mag er nicht passen. Die Aufforderung, dass sich Eltern gegenüber ihren Kindern durchsetzen mögen, schreien die Kinder ja nicht heraus. Es handelt sich allenfalls um stille Botschaften hinter Verhaltensweisen – aber darauf wollte der Verlag wahrscheinlich gar nicht hinaus. Dass nämlich Kinder Orientierung und Grenzen wünschen, innerhalb derer sie sich bestmöglich entwickeln und entfalten können.

So wirkt der Titel schon auf den ersten Blick nicht besonders kess. Und doch stecken viele Parallelen in den Ansätzen von Haas und dem Elternkurskonzept Kess erziehen.

Werner Haas, Psychologe, Supervisor und Familientherapeut, legt hier kein umfassendes Erziehungskonzept vor. Es geht vielmehr um eine Aneinanderreihung von Verhaltens- und Erziehungstipps, die auch mehr oder weniger aufeinander aufbauen. Das Buch ist klar gegliedert. Die großen Themen: „Was will ich?“, „So bring ich’s rüber“, „So verleihe ich meiner Forderung Nachdruck“ und „Machtkämpfe meistern“.

Quasi jedes der insgesamt 64 Kapitel wird am Ende noch einmal in wenigen Worten zusammengefasst. Das ist praktisch. Wer das Buch also einmal in seiner Gänze erfasst hat, kann bei Bedarf die Zusammenfassung lesen und sich damit die Gedanken und Tipps des Autors ins Gedächtnis rufen und möglicherweise auch direkt anwenden. Haas reichert seine Verhaltensanregungen mit vielen sicher den meisten Eltern bekannten Beispielen aus dem Erziehungsalltag an. Er erklärt, wie sich Machtkämpfe zwischen Kindern und Eltern meistern lassen und sie schließlich auch verhindert werden können. Hierbei kommt es auf eine deutliche und klare Ansprache an, sagt Haas, was sich nicht immer mit den weichgespülten Erziehungstipps anderer Autoren in Einklang bringen lässt. Aus seiner Sicht ist grenzenlose Harmonie nicht immer zielführend. An einigen Stellen bin denn auch ein wenig zusammengezuckt.

Zu Beginn geht es Haas deutlich darum den modernen und aus seiner Sicht weichgespülten Erziehungskonzepten etwas entgegen zu stellen. Und das bekommt er auch hin. Der Autor, der in er Erziehungs- und Familienberatung in Pirmasens tätig ist, weist aber immer wieder darauf hin, das es um ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander von Eltern und Kindern geht. Insofern wird das Buch im Verlauf dann doch immer kesser. Allerdings ist das oft nur in Klammern oder Nebensätzen zu lesen. Insofern birgt das Buch auch Gefahren, wenn nämlich genau diese Dinge überlesen werden. Gerade beim Thema Strafen ist das nicht unerheblich. So wird körperliche Züchtigung hier keineswegs empfohlen, ein bisschen anfassen allerdings darf es schon sein. Hier ist aber Empathie und Sensibilität bei den Eltern gefragt. Und diese Eigenschaften kann man sich nicht anlesen. Hier geht es um Haltung – und die bringt vielleicht nicht jeder Leser mit.

Zwei Punkte machten mir bei der Lektüre Probleme. Zum einen das zugrundeliegende Menschenbild im Bezug auf die Kinder. Man gewinnt den Eindruck, dass die Kinder ihren Eltern etwas Böses wollen und den Machtkampf inkl. Provokation suchen, und zwar unentwegt. Da habe ich meine Zweifel.

Der zweite Punkt hängt mit dem ersten zusammen – und ich habe ihn zuvor bereits angedeutet. Mir wird hier zu wenig eine Erziehungshaltung vermittelt, die nämlich dabei helfen könnte, die Situationen, in denen es um Machtkämpfe geht, grundsätzlich zu minimieren. Die Sichtweise des Autors ist sehr situationslastig (das hat sicher mit der Erfahrung aus der Erziehungsberatung zu tun), der Ansatz ist mir nicht ganzheitlich und nachhaltig genug. Wenn dies einmal aufscheint, dann nur zwischen den Zeilen. Der unbedarfte Leser mit wenig Vorerfahrung im Bereich der Erziehungsunterstützung mittels bspw. Elternkursen, könnte das Buch zu sehr als Rezeptbuch nutzen, das nur in bestimmten Situationen herangezogen wird. Und zwar dann, wenn die Verzweiflung der Eltern so groß ist, dass ein Rezept unbedingt her muss. Dann geht es aber nur um die Symptome, nicht um die Ursachen.

Dass es deutlich Parallelen zu Kess erziehen gibt, deutet sich im Bereich der natürlichen und der vertraglich vereinbarten Konsequenzen an. Der Autor kritisiert den aus Kess bekannten Begriff der logischen Folge. Damit stößt er einen möglicherweise wertvollen Diskurs an. Allerdings ist dieser Aspekt auch nur für Leser mit einer „kessen“ Vorbildung relevant.

Bei aller Kritik: Es stehen viele richtige Dinge in dem Buch. Allerdings werden die Kinder zu sehr als kleine Monster beschrieben. Die Situationen, in denen die Rezepte wirken, müssten möglicherweise gar nicht erst entstehen, wenn die Haltung der Eltern insgesamt eine andere wäre. Unterm Strich wollen „Kess“ und Werner Haas allerdings dasselbe. Eine wertvolle Erziehungserfahrung und eine Erziehung, die Kindern  optimale Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Werner Haas, Eltern setzt euch durch! – Keine unnötigen Machtkämpfe mehr, Kreuz Verlag, 2013, 12,00 Euro

 

Unerwartete Begegnung im Buchladen

Neulich bin ich mit meiner Familie in den Darmstädter Stadteil Eberstatdt gefahren. Mein Ziel: Ich wollte jedem ein Buch ausgeben – quasi freie Auswahl. Beim Verlassen des Buchladens staunte ich nicht schlecht, als ich folgenden Band im Schaufenster sah:

Yves Steininger: Der Vater-Vorteil

Yves Steininger: Der Vater-Vorteil

Sehr überraschend. Eine Bachelorarbeit zu diesem Thema. Kurz recherchiert: Yves Steininger hat mit dieser Arbeit seinen Bachelor in Psychologie gemacht. Er ist seit Anfang 2012 als selbstständiger Kinder- und Jugendlichencoach in Darmstadt-Eberstadt tätig. Interessant, dass sich doch noch einige andere Leute in dierekter Nachbarschaft mit Väter-Themen auseinandersetzen. Ein gutes Zeichen ist es allemal.

Einige Infos zum Buch finden sich in der entsprechenden Pressemitteilung.

Das Väter-Magazin (4)

In der aktuellen Folge meines Väter-Magazins mit zahlreichen Fundstücken aus dem Netz geht es um Vaterschaftsurlaub und auch die immer wiederkehrende Frage, wie sich Familie und Beruf optimal unter einen Hut bekommen lassen. Es geht auch um Väter als Vorlesemuffel (das darf nicht so bleiben). Auffällig ist, dass Vater-Kind-Aktionen in diesen Herbstwochen offensichtlich hoch im Kurs stehen. Viel Spaß beim Lesen. Ich freue mich auf Diskussionen und Feedback.

Buchvorstellung: Mein Vater und ich – Prominente erzählen

Das Magazin Focus hat dem Thema „Väter“ eine eigene wöchentliche Kolumne spendiert. Das ist sehr löblich. In diesem Format unter der Überschrift „Mein Vater“ erzählen Prominente bzw. Kinder von prominenten Vätern über ihre Beziehung zu ihrem Vater.

Mein Vater und ich - Buchtitel

„Mein Vater und ich – Prominente erzählen“, Kösel Verlag

Selbstverständlich bietet es sich an, bei Gelegenheit einen Sammelband aus einer solchen Serie zu machen und die gesammelten Werke als Buch zu verkaufen. Das Werk „Mein Vater und ich – Prominente erzählen“, herausgegeben von Focus-Redakteur Josef Seitz, ist nun schon seit einiger Zeit auf dem Markt, ziemlich genau seit einem Jahr, ist aber in jedem Fall auch heute noch eine Erwähnung wert.

46 Statements über Väter finden sich in dem ansprechend aufgemachten Band (sehr viele Fotos von prominenten Väter und prominenten Kindern) aus dem Kösel Verlag. Das Spektrum reicht in verschiedener Hinsicht recht weit. Einige Aussagen lassen sehr tief in die Beziehung von Vater und Kind blicken, andere bleiben eher an der Oberfläche. Das lässt Raum für Spekulationen. Diese Oberflächlichkeit hat aber auch in dem einen oder anderen Fall sicher seine Bedeutung – vor allem in Bezug auf die Bindung zwischen Vater und Kind. Die Qualität der Bindung hält ein Leben lang – das machen die Aussagen der Kinder sehr deutlich.

Häufig geht es dann auch wieder um den abwesenden Vater, vor allem wenn über prominente Väter – Politiker, Schauspieler, Entertainer – gesprochen wird. In der Regel wird dann betont, dass der Vater, wenn er denn einmal zu Hause bei seiner Familie war, sich sehr um diese gekümmert habe. Hier unterstelle ich in einigen Fällen eine Verklärung der Situation, die der weit zurück liegenden Ereignisse oder der konkreten, gegenwärtigen Interview-Situation geschuldet sein dürfte.

Es gibt aber auch Fälle, in denen sehr offen die mangelnde Bindung der Väter zu ihren Familien und vor allem Kindern beklagt wird. Hier zeigen sich teilweise auch echte Verletzungen, die sich über Jahrzehnte gehalten haben. Berührend sind die Schilderungen der Kinder, die über eine Versöhung in vorgeschrittenem Alter des Vaters berichten, während es in der Zwischenzeit eine eher eisige oder gar keine Beziehung zum Vater gab.

Die Beziehung zum Vater ist etwas ganz Besonderes. Das wissen wir. Ein Buch, das uns diese Tatsache deutlich vor Augen hält, ist in jedem Fall wertvoll. Viele der ausgewählten Aussagen regen zum Nachdenken über die eigene Beziehung zum Vater oder vielleicht auch über sich selbst an. Klar, das Buch unterhält selbstverständlich auch – dazu trägt der mehr oder minder vorhandene Promifaktor bei. Aber es ist ja nicht das schlechteste, wenn Unterhaltung und Erntshaftigkeit bei einem solch wichtigen Thema Hand in Hand gehen.

Josef Seitz (Hrsg.), Mein Vater und ich – Prominente erzählen, 2012, Kösel Verlag, 224 Seiten mit zahlreichen Fotos, 19,90 Euro

 

Das Väter-Magazin (3)

Im Väter-Magazin geht es heute um einige interessante Kursangebote für Väter. Außerdem: Die Schweizer kämpfen um Vaterschaftsurlaub und Väterarbeit im Kindergarten steht auch hoch im Kurs.