Heidi Andersen/Anna-Maria Stawreberg: Achtsamkeit für Eltern

„Mehr Gelassenheit im Alltag mit Kindern“ lautet der Untertitel des Buchs „Achtsamkeit für Eltern“ von Heidi Andersen und Anna-Maria Stawreberg. Jeden Tag gibt es in der Regel mehrere Situationen, in denen wir Eltern uns wünschen, mehr Gelassenheit im Umgang mit unseren Kindern an den Tag zu legen.

Achtsamkeit für Eltern von Heidi Andersen und Anna-Maria Stawreberg.

Achtsamkeit für Eltern von Heidi Andersen und Anna-Maria Stawreberg.

Oftmals ist es nicht mit einem Reflektieren seines Tuns getan. Wir müssen aktiv werden, um unser Ziel zu erreichen. Es braucht Übung und Training, um ungute Gepflogenheiten zu stoppen und sich irgendwie zu ändern.

Dieser aktuelle Titel aus dem Kreuz-Verlag hilft wirklich auf eine ganz entspannte und empathische Art, sich seine eigenen Verhaltensweisen vor Augen zu halten. Zahlreiche Fallbeispiele helfen Analogien zur eigenen Lebenswelt aufzudecken. Es handelt sich also um eine gelassene Lektüre im besten Sinne.

Leser, die sich schon intensiv mit dem Achtsamkeits-Konzept beschäftigt haben oder gar damit arbeiten, werden wahrschielich nicht sehr viel Neues in diesem Werk der zwei Schwedinnen entdecken. Es gibt auch eine große Schnittmenge zur Arbeit von Jesper Juul. Co-Autorin Anna-Maria Stawreberg hat auch schon gemeinsam mit dem dänischen Familientheraputen publiziert. Auch Juul-Fans wird einiges bekannt vorkommen.

Für alle anderen bieten sich aber zahlreiche Anregungen, sich mit dem Konzept der Achtsamkeit in einem konkreten Anwendungsfall auseinanderzusetzen. Es geht im Prinzip darum, Abstand zu einer Situation zu gewinnen und diese mit einem Perspektivwechsel aus einem anderen als dem gewohnten Blickwinkel zu beurteilen. Allein das führt dazu verkrustete Gewohnheiten und Verhaltensweisen gegenüber seinem Kind aufzubrechen und sich davon zu befreien. Der Schlüssel dafür ist, den Augenblick zu leben und zu erleben – und sich so in der Situation von dem zu lösen, was früher war, und sich nicht von seinen Gedanken und dem was kommt abhängig zu machen.

Es gibt einen ganzen Satz an Verhaltensregeln, um sich einem achtsamen Leben zu nähern. Alle wesentlichen davon kommen in dem Werk vor und alle wirken in ihrer Darstellung so zwingend, dass man sich sofort daran macht, diese zu trainieren und damit ganz gemächlich sein Leben ändert – mit all den positiven Effekten in seiner Wirkung auf die Umwelt und hier ganz konkret auf seine Kinder.

Wer achtsam ist, erlebt das Leben im Moment, und zwar auf ganzheitliche Art. Der achtsame Mensch wertet und urteilt nicht vorschnell, er atmet durch und lässt den ersten Reflex bei sich. Achtsamkeit bedeutet, zu verstehen, dass Gedanken nur Gedanken aber noch lange nicht die Wirklichkeit sind.

Ziel des Buches ist es, natürlich das Kind in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu rücken. Insofern geht es hier nicht nur um irgendeine Arbeit an der eigenen Persönlichkeit. Immer ist die „Zielperson“ im Fokus, immer wieder kommen die Autorinnen darauf zurück. Intensiv gehen Andersen und Stawreberg auf die drei Grundpfeiler achtsamen Elternseins ein: Integrität, Empathie und Akzeptanz. Die Begriffe werden klar und anschaulich erläutert. Theorie und Praxis finden in diesem Werk gut zueinander.

„Achtsamkeit für Eltern“ ist wirklich ein wertvolles Buch, das gut für Einsteiger in das Konzept der Achtsamkeit geeignet ist. Wer es schafft, die Übungen in seiner Familiensituation anzuwenden und eine positve Veränderung merkt, wird sicher Lust bekommen, Achtsamkeit auch in anderen Lebenssituationen anzuwenden.

Heidi Andersen und Anna-Maria Stawreberg, Achtsamkeit für Eltern – Mehr Gelassenheit im Alltag mit Kinder, Kreuz, 2012, 16,99 Euro.

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