Die Zeit und die Väter

Es ist immer wieder großartig, wenn das Thema „Vater sein“ bzw. „Väter“ von den großen Medien aufgegriffen wird. In dieser Woche setzt sich die Zeit im Zeit-Magazin mit diesem Thema auseinander. „Was Väter tun können, um für ihre Kinder da zu sein“ lautet die Unterzeile des Titels. Die Auftakt-Geschichte ist kurz und knapp – aber wirklich gut komprimiert. Sie nimmt den Vätern den Druck, darüber nachzudenken, was sie denn wohl mit ihren Kindern anfangen können. Es wird deutlich: Hauptsache ist, dass sie bewusst Zeit mit ihren Kindern verbringen. Männer neigen dazu, unproduktive Zeit als vertane Zeit zu begreifen. Das ist Quatsch. Allerdings sind sie nicht zuletzt durch den Alltag und die Berufswelt darauf konditioniert.

Im zweiten Teil des Beitrags geben mehr oder weniger bekannte Menschen Tipps, was Väter mit Kindern anstellen können und wie sie es tun können. Dieser Teil des Artikels wirkt etwas beliebig. Vor allem die Auswahl der Befragten reizt mich nicht sonderlich. So sind zu viele Zeit-Autoren darunter. Vielleicht hätte man besser auf den Pseudo-Promi-Status verzichtet und dafür mehr mit Vätern gesprochen, die ehrenamtlich oder auch beruflich Väterarbeit machen. Dabei wären sicher noch einige interessante und weiterführende Erkenntnisse aufgetaucht.

Dennoch. Danke an die Zeit, die eines der wichtigsten Themen überhaupt aufgegriffen hat. Das neue Väterbewusstsein hat das Zeug dazu, die Entwicklung der Gesellschaft in eine positive Richtung zu beeinflussen. Kinder sollen ganz bewusst von ihren Vätern von Beginn an begleitet werden. Davon profitieren am Schluss alle Beteilgten. Also liebe Medien: Bitte mehr davon!

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