Terminupdate: Ein Juni für Väter – und Kinder

Ich habe mal wieder die Terminseite aktualisiert. Das erste Halbjahr neigt sich dem Ende entgegen. Und der der Juni wir erneut ein Monat für Väter – teilweise mit ihren Kindern.

Väter und Kinder beim Basteln

Das Foto ist bei einer Vater-Kind-Aktion in der Kita Sonnenland in Bickenbach entstanden. Es wurden damals Vogelfutterhäuser gebaut.

Am 8. Juni biete ich im Familienzentrum Darmstadt einen Kurs für junge Väter an. Wir wollen uns vier Stunden Zeit nehmen, um über das Vatersein, Väterlichkeit und die Herausforderungen für junge Väter austauschen. Bei Bedarf können wir das Treffen am Samstag, den 15. Juni fortsetzen.

Am Nachmittag des 15. Juni treffen sich Väter mit ihren Kindern ebenfalls im Familienzentrum Darmstadt zu einer Vater-Kind-Aktion, bei der es um Fotogeschichten geht. Wir werden Lochkameras basteln, uns Zeit nehmen, um Fotogeschichten zu erzählen – und ein bisschen fotografieren wollen wir auch.

Ein Vater-Kind-Wochenende zum Thema “Feuer und Flamme” findet dann vom 21. bis 23. Juni statt. Veranstalter ist die Katholische Familienbildungsstätte Wiesbaden.

Ein weiteres Vater-Kind-Wochenende unter dem Motto “Wildnis erleben” gibt es vom 28. bis 30 Juni. Hier ist der Kolping-Diözesanverband Limburg der Veranstalter.

Weitere Informationen findet ihr auf der Terminseite oder den Seiten der Veranstalter. Ich freu mich auf euch.

Der Hessische Vätertag kommt

Das Logo des Hessischen Vätertages.

Das Logo des Hessischen Vätertages.

“Was bedeutet Väterlichkeit für Dich/für Sie?” Mit dieser Leitfrage wird sich der Hessische Vätertag am 28. September beschäftigen, der an verschiendenen Orten in ganz Hessen als Aktionstag begangen wird. Der Hessische Vätertag ist eine Inititiative der hessenstiftung – familie hat zukunft. An der Vorbereitung beteiligt ist unter anderem Hans-Georg Nelles aus Düsseldorf.

An diesem tag soll gemeinsam mit Vätergruppen, Kindertageseinrichtungen, Familienzentren und Elterninitiativen, Bibliotheken und Schulen, Mehrgenerationenhäusern und Altersheimen eine Tradition begründet werden, die jedes Jahr unter einem eigenen Leitmotiv die Bedeutung aktiver und moderner Vaterschaft hervorhebt. In diesem Jahr sind „Vätergeschichten“, in denen Väterlichkeit als Wert für sich zum Ausdruck kommt, das Thema.

Vätergruppen sind eingeladen, sich mit vielfältigen Aktionen an diesem Tag zu beteiligen und das Thema Väterlichkeit in seiner Bedeutung den Menschen in Hessen näher zu bringen. Zu diesem Zweck hat das Organisationsteam Ideen entwickelt, die dann vor Ort umgesetzt werden können. Materialien dazu finden sich auf der Website www.hessischer-vaetertag.de im Downloadbereich. Die teilnehmenden Gruppen können selbstverständlich auch ihre eigenen Aktionen und Ideen einbringen.

„Wir knüpfen mit dem Aktionstag an die Tradition des internationalen Vätertags an, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den sich vollziehenden Wandel hin zu einer neuen Väterlichkeit zu richten“, erläuterte Ulrich Kuther, Geschäftsführer der Hessenstiftung. „Das Motiv des ersten Hessischen Vätertages gefällt mir deshalb, weil wir beim Erzählen von Alltagsgeschichten den Wert der Väterlichkeit anschaulich machen. Außerdem können so alle mitmachen, Kinder, Frauen und Männer, denn einen Papa haben alle.“

Das Leitmotiv “Vätergeschichten” soll über das Erzählen und Aufschreiben von Geschichten über den Vater dazu einladen, die Qualitäten alltagsnahen Vaterseins und die Bedeutung des Vaters für die Biographie jedes Menschen bewusst machen. So kann bereits im Vorfeld zum Aktionstag jeder mitmachen, der „Vätergeschichten“ zu erzählen hat. Auf der Website des Hessischen Vätertages werden die Geschichten gesammelt. Herzlich laden die Initiatoren alle Kinder, Männer und Frauen ein, Geschichten über den Vater beizutragen. In Vorbereitung auf den 1. Hessischen Vätertag werden auch schon auf dem Hessischen Familientag am 8. Juni 2013 in Weilburg, beim Hessentag in Kassel (14. bis 23. Juni 2013) und beim Familienfest der Familienkarte Hessen Zitate und Aussagen der Besucher eingesammelt, in der sie sich zum Thema Väterlichkeit äußern. Diese “Vätergeschichten” sollen die zentrale Rolle am eigentlichen Aktionstag spielen.

Skulpturen aus Porenbetonsteinen

Vier Tandems, mich und mein Sohn Tom eingeschlossen, haben sich am Wochenende in der örtlichen Kita zu einer Vater-Kind-Aktion getroffen. Die Kita hat einen Eltern-Kind-Projekttag veranstaltet. Die Eltern sollten einen ganz praktischen Einblick in die Arbeit der Kita und der Erzieherinnen (und des einen Erziehers) erhalten. Ich wurde angefragt, ob ich nicht auch ein Angebot machen wollte, für Väter mit ihren Kindern.

Werken mit Porenbetonsteinen.

Ds sind die Werke, die die Väter mit ihren Kindern in etwa 90 Minuten Arbeit geschaffen haben.

Da ich mich recht schnell entscheiden musste, fiel meine Wahl auf das Bearbeiten von Porenbetonsteinen bzw. Ytongsteinen. Ich hatte damit bereits Erfahrungen gemacht. Angeleitet hatte ich das Arbeiten mit dem Material bislang noch nicht. Doch es zeigte sich schnell, dass das keinerlei Problem darstellte.

Die Kinder (5 Jahre und älter) haben sich schnell an das Bearbeiten des Steins gewöhnt. Ausgestattet mit Staubschutzmaske und Schutzbrille sah das Ganze auch richtig nach Handwerken aus. Die Kinder wollten gar nicht mehr aufhören. So ging jedes Tandem auch mit mehr als einer Skulptur nach Hause. Schnecken, Autos, Häuser – es kam sogar so etwas wie Vielfalt auf. Dieser Form des Werkens ist gut für eine Väter-Kind-Aktion geeignet, da die Kinder einige Arbeiten sehr gut selbst erledigen können. Die Väter können ihren Eigenanteil sehr gut dosieren, was auch hier sehr gut gelungen ist. Die Ideen für die Skulpturen kamen großteils von den Kindern. Häufig ist zu lesen, dass erst Grundschulkinder mit den Steinen arbeiten können. Das kann ich nicht bestätigen. Ab 5 Jahren ist das aus meiner Sicht sehr gut möglich.

Kess erziehen – Ich bin dabei

Kess erziehen Logo

An diesem Logo sind “Kess erziehen”-Kurse zu erkennen.

Am Wochenende ist die Ausbildung zum Kursleiter “Kess erziehen – Weniger Stress, mehr Freude” bei Maria Holtmann, Klaus Luksch und Dieter Güntner in Ludwigsburg zu Ende gegangen. Alle Teilnehmer haben den Anforderungen entsprochen und unter Beweis gestellt, dass sie als “Kess erziehen”-Kursleiter eine gute Figur abgeben. Sie haben gezeigt, dass sie die Kess-Haltung leben und damit auch Eltern vermitteln können. Ich selbst bin auch zu einem großen Fan von allen geworden.

Die Begegnung mit Menschen ist ja sowieso das Größte. Und auch diese Ausbildungsgruppe hat mal wieder bewiesen, dass da draußen ganz viele besondere Menschen mit großartigen Eigenschaften und Ressourcen unterwegs sind. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich an diesen drei Ausbildungswochenenden mit ihnen teilen durfte.

Jetzt sind also die nächsten 16 Kursleiter für den Basiskurs “Kess erziehen” auf dem Markt. Und sie sind bereit, in die Kursarbeit einzusteigen. Das gilt natürlich auch für mich. Ich hoffe auf reges Interesse. Mit Basisinfos kann sich jeder im Internet versorgen. Vielleicht bekommt der eine oder die andere Lust, einen solchen Elternkurs zu besuchen. Auch dazu gibt es reichlich Informationen im Netz. Ansonsten stehe auch ich selbstverständlich für Fragen rund um die Kurse zur Verfügung.

Kess leiten

Das zweite Ausbildungswochenende Kess erziehen liegt hinter mir. Es war wieder eine sehr gute und schöne Erfahrung mit wichtigen und wertvollen Begegnungen. Und Selbsterkenntnissen natürlich. In der Übungseinheit bin ich mit einer Körperübung zum Machtkampf eingestiegen. Hier geht es darum zu zeigen, dass es wichtig ist, dem Kind Freiräume zu geben, um sich zu probieren. Eltern setzen Grenzen, Leitplanken, in denen ein Wettstreit möglich wird, durch den sich das Kind entwickeln kann, aber auch die Eltern reifen. Sehr spannend. Die Übungen machen Lust auf mehr.

Mittlerweile kennen wir den gesamten, aus fünf Teilen (Abenden) bestehenden, Elternkurs. Darüberhinaus ging es nun aber auch um Gruppenleiterkompetenz – wieder ein Feld, um Selbsterkenntnis zu erlangen. In der Väterbegleiter-Ausbildung habe ich lernen dürfen, dass ich einen intellektuellen Akquisestil habe und bei den Konflikttypen nach Crum als Dreieck durchgehe. Diesmal haben wir uns den verschiedenen Kursteilnehmertypen nach Virginia Satir gewidmet. Die berühmte Familientherapeutin hat idealtypisch vier Kategorien ermittelt: Ankläger, Rationalisierer, Beschwichtiger und Ablenker. Wir hatten in mehreren Rollenspielen viel Spaß und Raum zur Reflexion.

Sicher, alle diese Typen können “Probleme” bereiten. Allerdings passt es besser zum Kess-Konzept, entsprechende Menschen in und mit ihren Ressourcen zu schätzen und einzubeziehen. Wir alle wissen nun, dass es sich hierbei um eine Herausforderung handelt. Und doch ist es das Ziel, auch den “übelsten” Ankläger wertschätzend zu behandeln. Im Kurs, aber auch sonst. Das Kess-Konzept hat für jede Lebenslage seinen Wert. Das Handwerkszeug erarbeiten wir im Moment. Es ist schön zu sehen und zu erleben, wie lernfähig wir sind, wenn uns etwas packt und überzeugt.

Highlights für werdende und junge Väter in Darmstadt und Wiesbaden

Heute will ich zwei Kurse für werdende bzw. junge Väter in Darmstadt und Wiesbaden vorstellen. Ganz ausdrücklich sind natürlich auch Männer aus den entsprechenden Regionen angesprochen. Es gibt wenig Angebote dieser Art. Ich kann nur empfehlen, sie zu nutzen. Selbstverständlich bin ich davon überzeugt.

Tatsächlich handelt es sich beim ersten Kurs um ein Angebot von mir, das ich in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Darmstadt aus dem GfG-Väterbegleiter-Konzept entwickelt habe. Hier erstmal der Ausschreibungstext:

Endlich Papa – und jetzt?

Vatersein ist etwas Großartiges. Man ahnt es schon während der Schwangerschaft. Doch so richtig spürt Mann und Vater es, wenn der neue Erdenbürger das Licht der Welt erblickt. Die neue Lebenssituation gibt Kraft und fordert heraus. Plötzlich sind ganz andere Themen an der Tagesordnung als zuvor – und es ergeben sich viele Fragen:

  • Wie verändert sich unsere Beziehung?
  • Wie finde ich meinen Platz bei Mutter und Kind?
  • Welche Bedeutung habe ich als Vater für die Entwicklung des Kindes schon in den ersten Wochen und Monaten?
  • Wie kann ich meine Partnerin optimal unterstützen?
  • Wie bekomme ich Beruf und Familie unter einen Hut?

Diese Fragen und noch einige mehr wollen wir an einem Vormittag gemeinsam erörtern und beantworten.

Diesen Väterkurs leite ich am 2. März in der Zeit von 10 bis 14 Uhr in den Räumen des Familienzentrums Darmstadt, Frankfurter Straße 71, 64293 Darmstadt. Das Familienzentrum hat ein unglaublich reichhaltiges Programm mit sehr vielen interessanten Angeboten, auch für Väter ist noch einiges mehr dabei. Ich kann das Programm allen Darmstädtern – und nicht nur ihnen – sehr empfehlen. Eine Anmeldung ist auch per Mail möglich fbs (ät) darmstadt.de. Es sind noch Plätze in dem Kurs frei. Die Teilnehmergebühr beträgt 9,90 Euro. Bei Bedarf können wir uns auch noch ein weiteres Mal am darauffolgenden Samstag, ebenfalls in der Zeit von 10 bis 14 Uhr treffen.

Flyer Werdende Väter

Die Seiten 1 und 4 des Flyers Werdende Väter.
(Aufs Bild klicken, um das PDF herunterzuladen.)

Vor allem werdende Väter in Wiesbaden sollten sich den 20. April 2013 in ihrem Kalender anstreichen. Dann nämlich findet von 10 bis 16 Uhr im Gemeindezentrum St. Mauritius, Abeggstraße 37, 65193 Wiesbaden ein Väterkurs meines Väterbegleiter-Kollegen Heiko Litz statt. Der Kurs ist zweigeteilt. Im ersten Teil geht es Grundwissen für die Zeit der Schwangerschaft, während der Entbindung und in den ersten Wochen nach der Geburt. Der zweite Teil widmet sich der Förderung der Vater-Kind-Bindung. Es wird die Bedeutung des Vaters in den ersten Lebensjahren für die Entwicklung des Kindes aufgezeigt. Die Teilnahmegebühr liegt hier bei 30 Euro. Anmeldung nimmt die Katholische Familienbildungsstätte Wiesbaden, kath.fbs.wiesbaden (ät) bistum-limburg.de, www.fbs-wiesbaden.de, entgegen. Auch hier sind noch Plätze frei.

Flyer Werdende Väter 2

Die Seiten 2 und 3 des Flyers Werdende Väter.

Der Wert der Väter

Gestern Abend im Haus am Dom in Frankfurt. Eine interessant und kompetent besetzte Podiumsdiskussion. Im Fokus: Die Väter. Das Thema konkret: Der Wert der Väter. Drei Männer, zwei Frauen. Die Veranstaltung ist gut besucht. Nach den Eingangsstatements wird schnell deutlich: Der Titel lässt zu viel Raum für Interpretation.

Foto Der Wert der Väter

Podiumsdiskussion “Der Wert der Väter” im Frankfurter Haus am Dom.

Wenn es um den Wert von Vätern geht, geht es mir in erster Linie um den Wert der Väter in der Beziehung zum Kind. Was macht Väterlichkeit aus? Wo in unserer Gesellschaft fehlt Väterlichkeit und – damit einhergehend – ihr Anteil an einer besseren Gesellschaft. Es geht mir in keiner Weise um Egalität der Geschlechter. Die oft gestellte Frage, welches Geschlecht die bessere Mutter ist, ist nicht zielführend.

Pointiert vertritt diese Ansicht Dr. Matthias Stiehler, der gerade das Buch Väterlos veröffentlicht hat. Zentral ist in seinem Buch die Definition des Begriffs Väterlichkeit. Stiehler war gestern Abend der einzige auf dem Podium, der die Mikroperspektive und den Einzelfall qua Profession auf dem Schirm hatte, als Theologe und Psychologe, der in der Beratung in Dresden beim Institut fü Männergesundheit tätig ist. Die übrigen Teilnehmer der Diskussion, Dr. Martin Bujard (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden), Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Universität Gießen, Haushalts- und Familienwissenschaft), Prof. Dr. Ludwig Salgo (Universität Frankfurt, Familienrechtler), haben ein Makroperspektive, ebenfalls qua Profession, in die Diskussion eingebracht.

Das hat einige der männlichen Besucher aus der Garde der entsorgten und entrechteten Väter aufgebracht, die mit ihrem persönlichen Fall zu dieser Veranstaltung gekommen sind. Sie haben ihren Unmut geäußert und natürlich vor allem in Uta Meier-Gräwe und in Ludwig Salgo ihre Feinde für den Abend gefunden und diese in nicht sehr wertschätzender Art angegangen. Obwohl diese Männer den Titel der Veranstaltung so gelesen haben, dass es hier um die Wertschätzung der Väter in unserer Gesellschaft gehen würde. Keine Frage, auch hier gibt es ein Defizit. Aus meiner Sicht haben Damm diese Fälle den Abend zu sehr geprägt. Viel lieber hätte ich noch ein paar mehr Ausführungen von Stiehler gehört. Er legt nämlich den Finger auf einige wunde Stellen. Für ihn sind die neuen Väter zu angepasst. Sie eifern den Müttern nach und interpretieren Väterlichkeit damit in eine Richtung, die er für falsch hält. Er fordert massiv ein Umlenken.

Sehr wichtig und richtig war der Hinweis des Juristen Ludwig Salgo, der eine intensive Eheschulen- und Familienbildungsarbeit für richtig hält, um beispielsweise die Zahl der Scheidungen zu reduzieren und es Kindern insgesamt zu ermöglichen, in einem kindgerechten Umfeld aufzuwachsen. Meier-Gräwe hat gefordert, dass sich Schulen, bereits ab der ersten Klasse, mit “Lebenskompetenzenwicklungs-Unterricht” befassen. Das hielte sie im Zusammenhang mit der Etablierung der Ganztagsschule für eine sinnvolle Ergänzung des Curriculums.

Es gibt viele Baustellen und wir könne noch mehr aufmachen. Gut ist trotz allem, dass es solche Veranstaltungen gibt. Und doch liegt es an jedem selbst, für seine Ideale einzutreten und für eine bessere Welt zu kämpfen. Ich bin fest überzeugt, dass das Thema Väterlichkeit hier einen wichtigen Beitrag leisten kann. Wir müssen das Thema vorantreiben. Mitstreiter werden gesucht.

Das Plakat zur Diskussion.

Das Plakat zur Diskussion.

Info: Veranstalter dieser Podiumsdiskussion war der Frankfurter Domkreis Kirche und Wissenschaft in Kooperation mit den kath. Familienbildungsstätten Familienbildung Frankfurt/Nordweststadt, Zentrum Familie, Internationales Familienzentrum.

Aus der Veranstaltungbeschreibung: Sie riskieren Kinder und Jahre langer Bindung. Trotz Papa-Monaten sind sie immer noch hin und her gerissen zwischen Beruf, Karriere, Prekarität und Sorgearbeit. Über die Frage, wie die Werte und Erfordernisse im Beruf das Verhalten als Eltern prägen, welchem Druck Eltern heute ausgesetzt sind, und von welchen Vätern und Männern man eigentlich heute reden muss, diskutieren und streiten beim Aktuellen Forum Martin Bujard (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden), Uta Meier-Gräwe (Universität Gießen, Haushalts- und Familienwissenschaft), Ludwig Salgo (Universität Frankfurt, Familienrechtler und „Anwalt des Kindes“), Matthias Stiehler (Dresdner Institut für Männergesundheit, Autor der aktuellen Streitschrift „Väterlos“). Es moderiert Sylvia Kuck vom Hessischen Rundfunk.

Und hier noch einige Zitate von gestern Abend (Wortlaut bzw. inhaltsgetreue Nacherzählung):

Matthias Stiehler:

“Väter dürfen nicht zu Ersatzmüttern werden, leider ist das die Erwartung der Gesellschaft.”

“Keine Lust auf Kinder nicht nur eine Frage des Materiellen. Es ist eine Frage der Haltung. Was sind wir für eine Wohlstandsgesellschaft, wenn wir glauben, dass wir uns keine Kinder mehr leisten können und wollen?”

“Gleichmacherei auf allen Ebenen ist keine Vision.”

Uta Meier-Gräwe:

“Wenn Frauen in die Arbeitswelt integriert werden sollen, dann müssen wir uns fragen, wer die wichtige Beziehungsarbeit mit den Kindern übernimmt.”

“Wir brauchen mehr als einen Väterdiskurs.”

“Arbeitgeber sollten das gar nicht mehr kalkulieren können, dass Väter nur zwei Monate und Frauen weit länger ausfallen.”

“Wir können eine Diskussion um Werte nicht von der Realität entkoppeln.”

“Befristete Arbeitsverhältnisse sind das beste Verhütungsmittel.”

Martin Bujard:

“Elterngeld und “Partner”monate sind ein große Erfolg.”

“Die Kultur in den Betrieben können wir leider nicht per Gesetz regeln.”

“Man darf Werte und Rahmenbedingungen nicht gegeneinander ausspielen.”

“Männer wissen zu wenig über den Wert von Vaterschaft.”

Ludwig Salgo:

“Es gab in den vergangenen Jahren viel Väterforschung. Wir haben jetzt Befunde und ein Bild, aber es mangelt noch an Rezepten.”

Der Rache-Kreislauf und ich

Puh und Ahh – das erste Ausbildungswochenende von “Kess erziehen (R)” ist geschafft. Eigentlich bräuchte ich jetzt erstmal zwei Tage, um mich nochmals intensiv mit den Inhalten zu beschäftigen, und mit mir. Die 48 Stunden waren dicht gepackt.

Nun bin ich also – nach dem ersten Reinschmecken bei einem Workshop – tiefer eingetaucht in Kess – und bin wirklich sehr überzeugt von dem Konzept. Eltern können wirklich unglaublich viel für ihren Alltag mit Kindern mitnehmen. Dabei geht es vor allem darum, den Alltag gelassener zu erleben und den Alltag für alle im System Familie positiver werden zu lassen. Weniger Streit, weniger Konflikte, weniger Machtkämpfe, weniger Adrenalin ausschütten – mehr Lebensqualität.

Positiv ist auch, dass ich in den Rollen- und Anspielen gemerkt habe, dass ich in einigen Situationen als Vater schon vieles richtig mache. Von dieser Basis aus, fällt es dann auch leichter zu verstehen, wann etwas wie schiefläuft. Und eben auch, wie ich aus einer solchen Situation herauskomme, ohne dem Kind und mir zu schaden.

In den ersten zwei Einheiten stehen die Empfindungen der Kinder im Mittelpunkt. Es geht für die Eltern darum, sich in ihre Kinder einzufühlen. Das ist sehr beeindruckend. Vor allem hilft es, sich auch in die Rolle des Elternteils bewusster einfühlen zu können. In einem Anspiel, in dem es um das Verdeutlichen des so genannten Rache-Kreislaufs geht, habe ich die Rolle des Vaters übernommen, der sein spielendes Kind auffordert, mit dem Spielen aufzuhören. Im Rache-Kreislauf geht es um ein verletztes Kind, das durch Beschimpfung und/oder Gewalt deutlich macht, dass es diese Verletzung ebenfalls mit einer Verletzung ausgleichen möchte. Ich habe sehr authentisch gekocht – und die Gruppenleiterin, das Kind, hat mich sehr authentisch beschimpft. Danach war mir klar: Aus einer solchen Situation gehen beide als Verlierer raus. Und diese gegenseitige Verletzung wirkt über den Moment hinaus.

Auf der Basis, dieses ersten Ausbildungswochenendes lässt sich aufbauen. Das Konzept ist sehr klar und nachvollziehbar. Ich freue mich schon heute auf meine ersten Kess-Kurse. Auf dem Weg dahin warten noch zwei weitere Ausbildungsblöcke und viel Praxis – um dann hoffentlich das Zertifikat in Händen halten zu können.

Schon heute kann ich aber Väter – und natürlich Müttern – wärmstens empfehlen, einen solchen Elternkurs zu besuchen. Sie werden bundesweit angeboten.

Ein nächster Schritt: Kess erziehen

Glegentlich hatte ich es schon angedeutet, dass ich mich im Bereich Familienbildung noch etwas weiterentwicklen möchte. Neben der Väterarbeit will ich künftig auch die Arbeit mit Familien in den Fokus rücken – und mich hier mit einer entsprechenden Weiterbildung qualifizieren.

Kess erziehen Logo

An diesem Logo sind “Kess erziehen”-Kurse zu erkennen.

Diese Weiterbildung startet morgen in Ludwigsburg. Darauf freue ich mich schon sehr. Nach insgesamt drei Ausbildungswochenenden werde ich Kurse “Kess erziehen(R). Weniger Stress – mehr Freude” anbieten können. Zur Zielgruppe eines solchen Kursangebotes gehören Eltern von Kindern im Alter von 3 bis 10, ursprünglich 2 bis 12, Jahren. Das Konzept, entwickelt von der AKF – Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung in Zusammenarbeit mit dem Familienreferat im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Die Buchstaben K-E-S-S stehen hierbei für:

  • Kooperativ: Vater, Mutter und Kinder lösen Konflikte gemeinsam und sorgen auf diese Weise für ein lebenswertes und wertschätzendes Miteinander.
  • Ermutigend: Die Stärken der Kinder und die Stärken der Eltern bilden die Basis für das Zusammenleben. Die Selbstständigkeit der Kinder wird gefördert, sie übernehmen Verantwortung für ihr Handeln.
  • Sozial: Die Bedürfnisse von Kindern und Eltern werden gleichermaßen geachtet. Es geht um Halt, Zuwendung, Geborgenheit und mehr.
  • Situationsorientiert: Jede Situation ist durch ganz spezielle Umstände geprägt. Die Bedürfnisse jedes Einzelnen, Groß wie Klein, können sehr unterschiedlich sein. All das wird in das Handeln einbezogen.

Während des Katholikentages in Mannheim im vergangenen Jahr habe ich einen Workshop bei zwei Kursleiterinnen belegt. Das Konzept hat mir auf Anhieb gefallen. Wertschätzung und Gelasssenheit sind zwei der wesentlichen Elemente der Kess-Haltung. Und das sind ganz intensiv auch meine Themen. Es werden in den Kursen keine Erziehungsrezepte vermittelt. Vielmehr geht es darum, die Kompetenzen der Eltern freizulegen, um ihnen zu ermöglichen, eine wertschätzende und lebensbejahende Haltung einzunehmen. Genau das finde ich ganz großartig.

Selbstverständlich werde ich an dieser Stelle über die Ausbildung berichten. Und natürlich geht es bei solchen Kursen immer auch um einen selbst. In diesem Sinne freue ich mich ganz besonders darauf, mein eigenes Tun zu reflektieren – und später dann ganz viel von meinem Erarbeiteten dann auch wieder an andere Eltern weiter zu geben.

Babymassagekurs in Düsseldorf im Februar

Mein Freund und Kollege Jürgen Grah bietet im Februar und im März wieder einen Babymassagekurs für Väter an. Das erste Treffen ist am 17. Februar 2013, 10.30 Uhr. Der Kurs (5 Einheiten jeweils sonntags) findet im Familienzentrum Bonifatius, Sternwartstraße 65, 40223 Düsseldorf statt. Anmeldungen sind unter liebegehtdurchdiehaut (ät) gmx.de möglich. Mehr Infos: www.vater-babymassage-duesseldorf.de.